Computer- und Videospiele
Facharzt: Gaming-Sucht nicht sonderlich verbreitet

Nach Einschätzung des Suchtmediziners Georgios Paslakis zeigen nur wenige Menschen ein krankhaftes Verhalten bei der Nutzung von Computerspielen.

    Zwei Hände halten die Konsole, auf deren Display man ein Spiel sieht.
    Computerspieler mit einer Microsoft XBox. (Oliver Berg / dpa / Oliver Berg)
    Gaming selbst sei nicht das Problem, sagte der Ärztliche Direktor der LWL-Universitätsklinik Bochum für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie dem Evangelischen Pressedienst. Über kontrolliertes Spielen könnten Menschen abschalten oder auch Freundschaften knüpfen. Zum Problem werde es erst, wenn Gaming der einzige Weg bleibe, auf dem jemand Entlastung, Zugehörigkeit und Erfolg erlebe. Zu den Anzeichen einer Sucht gehörten Kontrollverlust über den Beginn, die Dauer und das Beenden des Spielens. Auch die Priorisierung des Spielens vor anderen Lebensinteressen und das Fortsetzen des Spielens trotz negativer Folgen in vielen Lebensbereichen wie Schule, Beruf oder Beziehungen, seien Hinweise, erklärte Paslakis.
    Bei einer solchen Verhaltenssucht kann laut Paslakis im Gegensatz zur Alkohol- oder Nikotinsucht der Suchtstoff nicht völlig entfernt werden. Aus dem Internet könne man nicht aussteigen, da viele Vorgänge des Alltags dort stattfänden. Das Behandlungsziel sei daher nicht die Abstinenz, sondern die kontrollierte Nutzung. Das mache die Therapie anspruchsvoller.
    Diese Woche beginnt in Köln mit der Gamescom, die weltgrößte Messe für Computer- und Videospiele.
    Diese Nachricht wurde am 24.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.