Schifffahrt
Fährunglück vor Zypern: Ermittler suchen Ursache

Nach dem Fährunglück vor Zypern wird nach der Ursache gesucht. Ermittler hoffen auf die Bergung des in einem halben Kilometer Tiefe auf dem Meeresgrund liegenden Schiffsdatenschreibers. Das Schiff war gestern kurz nach dem Auslaufen gekentert. Neben dem Kapitän des gesunkenen Katamarans wurden inzwischen auch sieben Crewmitglieder festgenommen.

    Rettungskräfte und andere Helfer stehen im Hafen von Kyrenia.
    Vor Zypern gab es ein Fährunglück mit mindestens acht Toten. (picture alliance / Anadolu / Ali Ruhluel)
    Einige gerettete Passagiere erhoben schwere Vorwürfe gegen die Besatzung. Der Kapitän soll von Bord geflüchtet sein, als sich das Unglück anbahnte, außerdem hätten einige Passagiere von verschlossenen Türen und Fluchtwegen berichtet, sagte der türkisch-zyprische Verkehrsminister Arikli der staatlichen türkischen Nachrichtenagentur Anadolu. Alle Vorwürfe würden intensiv geprüft, versprach Arikli demnach.
    Die Fähre "Filo Jet" war gestern Mittag kurz nach dem Auslaufen aus der Hafenstadt Kyrenia im Norden der Mittelmeer-Insel auf dem Weg ins südtürkische Mersin gekentert. Aus noch ungeklärten Gründen drang Wasser ein, der Katamaran lief voll, kippte zur Seite und sank schließlich wenige Kilometer vor der Küste. Mindestens acht Menschen starben, nach 18 Vermissten wird noch gesucht. Insgesamt waren 267 Menschen an Bord.
    Zypern ist seit 1974 geteilt. Die Türkei ist der einzige Staat, der die 1983 ausgerufene Türkische Republik Nordzypern anerkennt. Die griechischsprachige Republik Zypern im südlichen Teil der Insel ist seit 2004 EU-Mitglied.
    Diese Nachricht wurde am 31.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.