Krieg im Nahen Osten
Faktenchecker von Correctiv beklagen "Flut an Desinformation"

Das Recherchezentrum "Correctiv" beklagt im Zusammenhang mit dem Krieg im Nahen Osten eine "Flut an Desinformation" in diversen sozialen Medien. Faktencheckerin Timmermann sagte im Deutschlandfunk, Desinformation werde als mächtige Waffe eingesetzt. Ähnlich wie in den ersten Wochen des Ukraine-Krieges sei die Situation unübersichtlich.

01.11.2023
    "Correct!V" steht in Berlin auf dem Schild am Sitz des stiftungsfinanzierten Recherchebüros Correctiv.
    In zahlreichen sozialen Medien werden Falschinformationen zum Krieg im Nahen Osten verbreitet. (picture alliance / dpa / Paul Zinken)
    Langsam kristallisiere sich heraus, welche Seite welche Interessen mit der Verbreitung falscher Informationen verfolge. So gebe es etwa Inhalte, die strategisch von pro-israelischer, pro-palästinensischer oder von Seiten der Hamas-Unterstützer verbreitet würden. Aber auch pro-russische Interessen seien sichtbar. In vielen Fällen gehe es darum, vom russischen Angriffskrieg abzulenken. Verbreitet werde unter anderem die Behauptung, vom Westen gelieferte Waffen seien durch die Ukraine an die Hamas weitergegeben worden.
    Mit dem Streuen falscher Informationen würden gezielt Feindbilder gefestigt, Unsicherheit geschaffen und Misstrauen geschürt. Aber nicht immer sei die Verbreitung von Falschmeldungen strategisch. Einmal im Umlauf, komme es auch schnell vor, dass falsche Informationen von Nutzerinnen und Nutzern "aus Versehen" weiterverbreitet würden. Insbesondere in Zeiten unübersichtlicher Nachrichtenlagen sei es deshalb wichtig, sich nur bei seriösen Quellen zu informieren.
    Das vollständige Interview mit Sophie Timmermann können Sie hier nachhören.
    Diese Nachricht wurde am 01.11.2023 im Programm Deutschlandfunk gesendet.