Lagebild des BKA
Fallzahlen bei sexualisierter Gewalt gegen Minderjährige gestiegen

Die Zahl der registrierten Fälle von sexualisierter Gewalt gegen Minderjährige ist im vergangenen Jahr wieder angestiegen.

    Holger Münch (l-r), Präsident des (BKA), Kerstin Claus, Unabhängige Bundesbeauftragte gegen sexuellen Missbrauch , und Alexander Dobrindt (CSU), Bundesinnenminister, stehen mit dem Lagebericht in den Händen nebeneinander.
    Bundeslagebild Sexualdelikte Kinder und Jugendliche (Sebastian Gollnow / dpa / Sebastian Gollnow)
    Das geht aus einem Lagebild hervor, das Bundesinnenminister Dobrindt, der Präsident des Bundeskriminalamts, Münch, und die Missbrauchsbeauftragte des Bundes, Claus, in Berlin vorgestellt haben. Insgesamt wurden demnach in Deutschland mehr als 17.000 Fälle sexualisierter Gewalt an Kindern verzeichnet. Das waren 4,7 Prozent mehr als im Jahr 2024. Bei Jugendlichen gab es einen Zuwachs um 4 Prozent auf gut 1.200 Fälle. Die Mehrheit der Opfer war weiblich.
    Bei den Tatverdächtigen handelte es sich laut dem Bericht hauptsächlich um alleinhandelnde Männer. In gut der Hälfte der Fälle habe eine Vorbeziehung zu den Opfern bestanden.
    Im Zusammenhang mit jugendpornografischen Inhalten verzeichnet das Lagebild im Jahresvergleich einen Zuwachs der Fälle um fast 20 Prozent. Gut die Hälfte der Tatverdächtigen war selbst minderjährig.
    Innenminister Dobrindt sprach von erschreckend hohen Zahlen, die lediglich das polizeiliche Hellfeld zeigten. Darüber hinaus gebe es ein großes Dunkelfeld.
    Diese Nachricht wurde am 21.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.