
Im vergangenen Jahr erfasste die Polizei 17.126 Fälle sexualisierter Gewalt an Kindern. Das sind 4,7 Prozent mehr als im Jahr 2024. Bei Jugendlichen gab es einen Zuwachs um 4 Prozent auf gut 1.200 Fälle. Die Mehrheit der Opfer war weiblich.
Bei den fast 13.000 Tatverdächtigen handelte es sich laut dem Bericht hauptsächlich um alleinhandelnde Männer. In gut der Hälfte der Fälle habe eine Vorbeziehung zwischen Opfern und Tatverdächtigen bestanden.
Bundesinnenminister Dobrindt (CSU) sprach von "erschreckend hohen Zahlen". Sie spiegelten lediglich das polizeiliche Hellfeld wider. Darüber hinaus gebe es ein großes Dunkelfeld.
Mehr Taten im Zusammenhang mit jugendpornografischen Inhalten
Bei Fällen in Zusammenhang mit jugendpornografischen Inhalten verzeichnet das Lagebild im Jahresvergleich einen Zuwachs um fast 20 Prozent. Dabei spielt laut BKA die Nutzung von KI eine immer größere Rolle. Gut die Hälfte der Tatverdächtigen war selbst minderjährig.
Einen Rückgang gab es bei den Taten im Zusammenhang mit Videos und Bildern von sexualisierter Gewalt an Kindern. Ursache hierfür sei auch eine Strafrechtsänderung. So kann seit Juni 2024 auf eine Strafverfolgung verzichtet werden, wenn die Schuld als gering angesehen wird - zum Beispiel wenn Eltern oder Lehrkräfte Inhalte zur Warnung oder als Beitrag zur Tataufklärung weiterleiten.
BKA beobachtet Anstieg bei sogenanntem Livestreaming
BKA-Präsident Münch sagte in Berlin, zunehmend beschäftige die Behörden sogenanntes Livestreaming. Dabei verfolgen Täter einen in der Regel im Ausland stattfindenden Missbrauch an einem Kind oder einer Jugendlichen per Onlinestream und geben dabei sogar Anweisungen. Münch nannte als einen Schwerpunkt die Philippinen. Allein für dieses Jahr bezifferte er die Zahl der Fälle auf 250.
Erfasst wurden außerdem deutlich mehr Fälle von sogenanntem Cybergrooming im Internet.
Der Kinderschutzbund forderte, digitale Plattformen wie Twitch, Instagram und Tiktok stärker in die Pflicht zu nehmen.
Der Kinderschutzbund forderte, digitale Plattformen wie Twitch, Instagram und Tiktok stärker in die Pflicht zu nehmen.
Diese Nachricht wurde am 21.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.







