Für sprachliche Gleichberechtigung
Feministin Marlies Krämer mit 88 Jahren gestorben

Die saarländische Feministin, Autorin und Kommunalpolitikerin Marlies Krämer ist tot.

    19.02.2018, Saarland, Sulzbach: Marlies Krämer sitzt in ihrem Wohnzimmer vor aufgeschlagenen Aktenordnern. Die Rentnerin klagt vor dem BGH, dass Sparkassen auf ihren Formularen auch die weibliche Form von Konotoinhaber, also Kontoinhaberin, nennen müssen. Foto: Oliver Dietze/dpa | Verwendung weltweit
    Marlies Krämer zog noch als 80-Jährige bis vor das Bundesverfassungsgericht. (dpa)
    Die 88-Jährige starb bereits am 4. Februar, wie die Staatskanzlei in Saarbrücken mitteilte. Ministerpräsidentin Rehlinger hob den Mut, die Beharrlichkeit und die persönliche Überzeugung hervor, mit der Krämer ihr ganzes Leben lang für die Gleichberechtigung gekämpft habe.
    Krämer wurde vor allem durch ihren Einsatz in sprachlicher Hinsicht überregional bekannt. So erreichte sie unter anderem, dass in Anträgen für Reisepässe seit 1996 auch die weibliche Form "Inhaberin" genutzt wird. Ende der 1990er Jahre wandte sie sich erfolgreich gegen die Praxis in der Meteorologie, Hochdruckgebieten stets männliche und Tiefdruckgebieten weibliche Vornamen zu geben. Mit ihrem Ansinnen, in Sparkassen-Formularen die Bezeichnungen Kunde oder Kontoinhaber um eine weibliche Form zu ergänzen, scheiterte sie allerdings 2020 vor dem Bundesgerichtshof.
    Diese Nachricht wurde am 20.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.