Sonntag, 04. Dezember 2022

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FIFA-Affäre
"Es geht ums pure Überleben"

Nach den neuesten Entwicklungen in der FIFA-Affäre ist dem Fußball zu wünschen, dass die FIFA endgültig zusammenbricht - das meint Thomas Kistner, FIFA-Experte der Süddeutschen Zeitung. Nicht nur die Rolle von Joseph Blatter sondern auch die von UEFA-Chef Michel Platini müsse untersucht werden, sagte er im DLF: "Er ist ein direkter Abkömmling des Systems Blatter."

Thomas Kistner im Gespräch mit Philipp May | 27.09.2015

    Der Journalist Thomas Kistner
    Der Journalist Thomas Kistner (imago stock & people)
    Es werde höchste Zeit, dass Blatter "an die frische Luft gesetzt" werde, sagte Kistner. Aber auch Blatters möglicher Nachfolger Michel Platini sei eigentlich nicht mehr tragbar: "Es gibt viel zu viele Ungereimtheiten." Platini hatte von Blatter 2011 eine zweistellige Millionensumme erhalten. Die Begründung dafür sei "wachsweich", so Kistner. Aber auch bei der WM-Vergabe nach Katar sowie der EM-Vergabe nach Polen und in die Ukraine sei seine Rolle fraglich gewesen.
    Reformprozess: "Realitätsfernes Gewäsch"
    Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) müsse klar Position beziehen - allerdings gebe es im Milliardengeschäft Fußball nicht mehr viele Anständige, sagte Kistner. "Unter Sportkameraden hält man generell still." Außerdem befürchte der deutsche Verband, dass die WM-Vergabe 2006 nach Deutschland sowie die Rolle Franz Beckenbauers dabei in die Affäre hereingezogen werden könnten.
    Den Reformprozess der FIFA bezeichnet Kistner als "realitätsfernes Gewäsch". "Alles, was da im Moment bewegt wird, gehört in die Kategorie Kabarett."
    Für die gesamte Führungsriege gehe es jetzt ums "pure Überleben". Dem Fußball sei zu wünschen, dass die FIFA endgültig zusammenbreche.
    Das gesamte Gespräch können Sie mindestens sechs Monate in unserer Mediathek nachhören.