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FIFA"Es brennt intern überall"

Mit Harold Mayne-Nicholls bekommt Sepp Blatter möglicherweise bald noch einen dritten Gegenkandidaten beim Kampf um die FIFA-Präsidentschaft. Das zeigt laut Thomas Kistner, wie gespalten und uneinig der Weltfußballverband gerade ist. Allerdings könnte dem Chilenen ein Verfahren der FIFA-Ethikkommission zum Verhängnis werden.

Thomas Kistner im Gespräch mit Philipp May | 11.01.2015

Das Fifa-Logo, daneben die Silhouette einer Person.
Ob sich die FIFA aus dem festen Griff von Sepp Blatter lösen kann...? (picture alliance/dpa/Steffen Schmidt)
Eigentlich, so SZ-Sportredakteur Thomas Kistner, dürfte der Chilene Harold Mayne-Nicholls von der FIFA-Ethikkommission nichts zu befürchten haben. Die Vorwürfe gegen den ehemaligen Vorsitzenden der FIFA-Prüfkommission für die Vergabe der Weltmeisterschaften 2018/2022 wirken geradezu harmlos gegenüber den vielen Skandalen, die FIFA-Chef Sepp Blatter bereits überstanden hat.
Gegenwind für Sepp Blatter
"Ich glaube aber, dass es anders kommt", sagte Thomas Kistner in der Sendung "Sport am Sonntag": "Weil es hier ein hohes politisches Interesse gibt, einen Mann anzugehen" - und damit einen möglichen Konkurrenten auszuschalten. Wie auch immer die Ermittlungen gegen Harold Mayne-Nicholls ausgehen: Die Tatsache, dass zwei - und mit Mayne-Nicholls eventuell sogar drei - voneinander unabhängige Gegenkandidaten Sepp Blatter den FIFA-Vorsitz streitig machen wollen, zeige die Zerrissenheit und Uneinigkeit, in der sich der Weltfußballverband gerade befinde.
Das Gespräch können Sie bis mindestens 11. Juli 2015 nachhören.