Offener Brief
Filmschaffende kritisieren Berlinale für Umgang mit Gaza-Krieg

Rund 80 Filmschaffende kritisieren das Filmfestival Berlinale für seinen Umgang mit dem Gaza-Krieg. In einem offenen Brief werfen sie der Berlinale-Leitung vor, sich nicht ausreichend zu positionieren. Unter anderem die Schauspielerin Tilda Swinton, die Fotokünstlerin Nan Goldin und der Schauspieler Javier Bardem haben den Brief unterzeichnet.

    Der Berlinale-Jurypräsident Wim Wenders steht auf der Bühne und breitet die Arme aus.
    Der Berlinale-Jurypräsident Wim Wenders (picture alliance / Hans Lucas / Laurent Hou)
    Er wurde in dem Branchenblatt "Variety" veröffentlicht. Die Unterzeichner äußern sich "entsetzt über das institutionelle Schweigen der Berlinale zum Völkermord an den Palästinensern". Zu Gräueltaten im Iran und in der Ukraine habe sich das Festival dagegen klar positioniert.
    Seit dem Start der Internationalen Filmfestspiele in Berlin ging es mehrfach um Politik, zum Beispiel in Bezug auf den Nahostkonflikt. Jurypräsident Wenders hatte bei einer Pressekonferenz erklärt, Filmemacher sollten sich aus der Politik heraushalten, sie seien das Gegengewicht zur Politik. Daraufhin sagte die indische Schriftstellerin Roy ihre Teilnahme an der Berlinale empört ab. Die Kritik an Wenders' Aussage wurde auch in dem jetzt veröffentlichten offenen Brief laut.

    Berlinale-Chefin betont freie Meinungsäußerung

    Berlinale-Chefin Tuttle stellte sich am Wochenende hinter den Jurychef und die Künstler des Festivals. Sie betonte in einem Statement, bei dem Festival finde freie Meinungsäußerung statt und viele Filmschaffende bei der Berlinale eine ein tief verwurzelter Respekt vor der Würde jedes Menschen.
    Tuttle schrieb in ihrer Stellungnahme: "Wir glauben nicht, dass es unter den hier vertretenen Filmschaffenden jemanden gibt, dem gleichgültig wäre, was in dieser Welt geschieht – jemanden, der die Rechte, das Leben oder das immense Leid der Menschen in Gaza und im Westjordanland, in der Demokratischen Republik Kongo, im Sudan, im Iran, in der Ukraine, in Minneapolis und an einer erschreckend großen Zahl weiterer Orte nicht ernst nähme".

    Mehr zur Berlinale 2026:

    Berlinale 2026 - Wenn Bären am Sternenhimmel explodieren
    Berlinale weiblicher denn je – kommt jetzt der Backlash?
    Diese Nachricht wurde am 18.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.