Ich würde es fatal finden, wenn wir natürliche Adern der Landschaft, was die Flüsse sind, ausschließlich zu Verkehrswegen degradieren. Sondern sie müssen in der Lage sein, Natur, Lebensraumfunktionen oder auch Erlebnisfunktionen für uns als Menschen wahrzunehmen.
...sagt Martin Rode vom Bund Umwelt und Naturschutz Bremen.
Flüsse in Europa. Sollen sie Wasserautobahnen, Güterverkehrswege, Schifffahrtsstraßen sein? Oder Rückzugsräume, Schutzzonen, Naturparadiese? Der Disput ist noch nicht entschieden. Die Osterweiterung der Europäischen Union wollen die Umweltschützer auf jeden Fall für eine Neuauflage der Debatte nutzen – und tun das auch schon kräftig.
Seit zwei Jahren gibt es beispielsweise das Internationale Oderbündnis. 30 Naturschutzorganisationen in Polen und Deutschland haben sich zusammengetan, um das "OderProgramm 2006" der polnischen Regierung zu Fall zu bringen. Es beinhaltet zahlreiche Regulierungen des Flusses durch Staustufen oder Ausbaggerungen, erklärt Ina Koppe vom Servicebüro des Aktionsbündnisses:
Wir wollen die Auen an der Oder erhalten und nicht den Hochwasserschutz durch noch höhere Dämme oder Wasserrückhaltebecken sichern. Dann ist ein wichtiger Punkt im Bündnis, dass das internationale Netzwerk von Naturschutzgebieten entlang der Oder entwickelt werden soll. Das ist das so genannte Natura-2000-Netzwerk, was EU-weit eingerichtet werden soll, um die Gebiete global zu sichern.
Die Schiffe sollen sich nach dem Fluss richten und nicht anders herum, lautet ein Credo des Oderbündnisses. Der regierungsamtlichen Wasserwirtschaft vor allem in Polen will es ein Netzwerk nachhaltiger Regionalprojekte entgegensetzen, um wirtschaftliches Wachstum mit dem Erhalt wertvoller Flusslandschaften zu verknüpfen. Tourismusinitiativen, grenzüberschreitender Umwelt-Wissenstransfer, Biodiversitätsprojekte zum Erhalt regionaler Kulturpflanzen, Lenkung von Ausflugsströmen – ein ganzes Bündel an Maßnahmen haben die Naturschützer schon umgesetzt. Und sich dabei auch der neuen Möglichkeiten durch EU-Gesetze bedient. So wurde ein neuer, lastwagentauglicher Grenzübergang zwischen Mescherin und Gryfino, der direkt am Nationalpark Untere Oder geplant war, gestoppt, wie Ina Koppe in Bremen berichtet:
Da haben wir dann gemeinsam ein deutsch-polnisches Schreiben an die EU-Kommission geschickt. Und diese hat dann darauf hin ihre Fördergelder für diesen Ausbau gestrichen und gesagt, dass die Naturschutzbelange anscheinend nicht ausreichend berücksichtigt wurden.
Doch mit dem Beitritt Polens zur Union bekommen die Umweltschützer noch viel zu tun, glaubt Hartwig Zillmer von der Deutsch-Polnischen Gesellschaft in Hamburg:
Gesetzliche Grundlagen gibt es. Aber die Umsetzung zum Beispiel im Bereich Wasserreinhaltung, Abwasser, aber auch in der Frage der Kontrolle, in der Frage der Zurverfügungstellung von Wissen, aber auch von Menschen, die in den Behörden auf die gesetzliche Umsetzung achten...
An allem mangele es in Polen noch. Hier wollen die deutschen Umweltschützer Hilfestellung geben. Rund eintausend Partnerschaften zwischen deutschen und polnischen Gemeinden, Städten und Regionen existierten, schätzt Zillmer – die will er genutzt wissen:
Partnerschaften und Austausche sind natürlich nicht nur Volkstanzgruppen, Feuerwehren, sind nicht nur Sportgruppen, sondern sind natürlich auch ein Teil dessen, was die natürliche Umwelt betrifft. Mit verschiedenen Städtepartnerschaften haben wir angeregt: Fahrradwerkstätten, Austausch von Umweltberatungen, gegenseitige Hospitationen, Praktika in den Gemeinden zu vermitteln...
Vor allem konkrete und praktische Projekte also. Viele davon sollen auch dem Schutz von Elbe und Oder zugute kommen. Und nicht nur Zillmer äußerte während der Debatte in Bremen den Glauben, dass es beim östlichen Nachbarn vielerorts etwas gibt, was man hier zu Lande vergeblich sucht:
Da existiert in Polen ein hohes Bewusstsein, Natur nicht zu empfinden als eine beplanbare Größe für Verkehr, für Bebauung, für Industrie. Sondern eben als gleichrangiger Wert behandelt wird auch als eine ökonomische Größe als Schutzregionen, die für das Weltklima oder für das regionale Klima auch bewusst gehalten werden.
...sagt Martin Rode vom Bund Umwelt und Naturschutz Bremen.
Flüsse in Europa. Sollen sie Wasserautobahnen, Güterverkehrswege, Schifffahrtsstraßen sein? Oder Rückzugsräume, Schutzzonen, Naturparadiese? Der Disput ist noch nicht entschieden. Die Osterweiterung der Europäischen Union wollen die Umweltschützer auf jeden Fall für eine Neuauflage der Debatte nutzen – und tun das auch schon kräftig.
Seit zwei Jahren gibt es beispielsweise das Internationale Oderbündnis. 30 Naturschutzorganisationen in Polen und Deutschland haben sich zusammengetan, um das "OderProgramm 2006" der polnischen Regierung zu Fall zu bringen. Es beinhaltet zahlreiche Regulierungen des Flusses durch Staustufen oder Ausbaggerungen, erklärt Ina Koppe vom Servicebüro des Aktionsbündnisses:
Wir wollen die Auen an der Oder erhalten und nicht den Hochwasserschutz durch noch höhere Dämme oder Wasserrückhaltebecken sichern. Dann ist ein wichtiger Punkt im Bündnis, dass das internationale Netzwerk von Naturschutzgebieten entlang der Oder entwickelt werden soll. Das ist das so genannte Natura-2000-Netzwerk, was EU-weit eingerichtet werden soll, um die Gebiete global zu sichern.
Die Schiffe sollen sich nach dem Fluss richten und nicht anders herum, lautet ein Credo des Oderbündnisses. Der regierungsamtlichen Wasserwirtschaft vor allem in Polen will es ein Netzwerk nachhaltiger Regionalprojekte entgegensetzen, um wirtschaftliches Wachstum mit dem Erhalt wertvoller Flusslandschaften zu verknüpfen. Tourismusinitiativen, grenzüberschreitender Umwelt-Wissenstransfer, Biodiversitätsprojekte zum Erhalt regionaler Kulturpflanzen, Lenkung von Ausflugsströmen – ein ganzes Bündel an Maßnahmen haben die Naturschützer schon umgesetzt. Und sich dabei auch der neuen Möglichkeiten durch EU-Gesetze bedient. So wurde ein neuer, lastwagentauglicher Grenzübergang zwischen Mescherin und Gryfino, der direkt am Nationalpark Untere Oder geplant war, gestoppt, wie Ina Koppe in Bremen berichtet:
Da haben wir dann gemeinsam ein deutsch-polnisches Schreiben an die EU-Kommission geschickt. Und diese hat dann darauf hin ihre Fördergelder für diesen Ausbau gestrichen und gesagt, dass die Naturschutzbelange anscheinend nicht ausreichend berücksichtigt wurden.
Doch mit dem Beitritt Polens zur Union bekommen die Umweltschützer noch viel zu tun, glaubt Hartwig Zillmer von der Deutsch-Polnischen Gesellschaft in Hamburg:
Gesetzliche Grundlagen gibt es. Aber die Umsetzung zum Beispiel im Bereich Wasserreinhaltung, Abwasser, aber auch in der Frage der Kontrolle, in der Frage der Zurverfügungstellung von Wissen, aber auch von Menschen, die in den Behörden auf die gesetzliche Umsetzung achten...
An allem mangele es in Polen noch. Hier wollen die deutschen Umweltschützer Hilfestellung geben. Rund eintausend Partnerschaften zwischen deutschen und polnischen Gemeinden, Städten und Regionen existierten, schätzt Zillmer – die will er genutzt wissen:
Partnerschaften und Austausche sind natürlich nicht nur Volkstanzgruppen, Feuerwehren, sind nicht nur Sportgruppen, sondern sind natürlich auch ein Teil dessen, was die natürliche Umwelt betrifft. Mit verschiedenen Städtepartnerschaften haben wir angeregt: Fahrradwerkstätten, Austausch von Umweltberatungen, gegenseitige Hospitationen, Praktika in den Gemeinden zu vermitteln...
Vor allem konkrete und praktische Projekte also. Viele davon sollen auch dem Schutz von Elbe und Oder zugute kommen. Und nicht nur Zillmer äußerte während der Debatte in Bremen den Glauben, dass es beim östlichen Nachbarn vielerorts etwas gibt, was man hier zu Lande vergeblich sucht:
Da existiert in Polen ein hohes Bewusstsein, Natur nicht zu empfinden als eine beplanbare Größe für Verkehr, für Bebauung, für Industrie. Sondern eben als gleichrangiger Wert behandelt wird auch als eine ökonomische Größe als Schutzregionen, die für das Weltklima oder für das regionale Klima auch bewusst gehalten werden.