Donnerstag, 11. August 2022

Archiv

Frühe Aufnahmen von Richard Strauss' Liedern
Heilig und rührend

Im Vergleich zu seinen Tondichtungen oder Opern fanden die Lieder von Richard Strauss weniger Anerkennung. Besaß er etwa keinen Sinn für dichterische Qualität? Zumindest lassen Namen wie Felix Dahn, John Henry Mackay oder Graf Adolf Friedrich von Schack die Herzen von Lyrik-Liebhabern nicht unbedingt höher schlagen.

Von Christoph Vratz | 12.06.2014

    Der Komponist Richard Strauss (1864-1949) in seinem Arbeitszimmer in seiner Villa in Garmisch.
    Setzte sich zeitlebens mit dem Kunstlied auseinander: Richard Strauss (picture-alliance / dpa / gms Arge Spurensuche Tourismusverband München Oberbayern)
    Die lange Zusammenarbeit mit einem der herausragenden Dichter seiner Zeit, dem Österreicher Hugo von Hofmannsthal, spricht dagegen. Doch diese Kooperation erstreckte sich ausschließlich auf das Gebiet der Oper. Von seinem ersten bis zu seinem letzten, 1948 in der Schweiz komponierten Lied hat Strauss über einen Zeitraum von 78 Jahren immer wieder Gedichte vertont und diese Werke auch in Konzerten aufgeführt. Oft war seine Frau Pauline die Interpretin. Zumindest war sie mitverantwortlich dafür, dass Strauss von einigen Liedern neben der Klavierfassung auch eine Version mit Orchester angefertigt hat. In ihren Erinnerungen vermutet die Sopranistin Lotte Lehmann, dass manche Strauss-Lieder "Erinnerungen geweckt haben, die niemand teilen konnte und die Erlebnisse einschlossen, heilig und rührend für beide". Einige wenige Lieder sind auch mit dem Komponisten am Klavier auf Schallplatte dokumentiert.