EU-Gipfel
Früherer Vizekanzler Habeck wirft der EU Versäumnisse in der Arktis vor

Anlässlich des EU-Arktis-Gipfels hat der frühere Vizekanzler und Grünen-Vorsitzende, Habeck, der Europäischen Union Strategielosigkeit in der Vergangenheit vorgeworfen. Habeck sagte im Deutschlandfunk, Europa habe die Entwicklungen verschlafen. Andere Staaten wie Russland oder China hätten bereits vor zehn Jahren Pläne entwickelt und teilweise auch mit einer militärischen Aufrüstung begonnen.

    Robert Habeck spricht bei der Veranstaltung im Berliner Ensemble.
    Robert Habeck (Archiv) (Christoph Soeder / dpa / Christoph Soeder)
    Habeck ist mittlerweile am Institut für internationale Studien der Universität Kopenhagen tätig. Er erklärte , die EU mache mittlerweile einiges richtig, und verwies auf eine vom Europäischen Parlament verabschiedete Strategie, die auch militärische Aspekte umfasse. Die Umsetzung sei für die EU allerdings kompliziert, da sie keine exekutiven Durchgriffsrechte in der Region habe.
    Beim Gipfel im finnischen Rovaniemi wird seit gestern über die politische Stabilität und die nachhaltige Entwicklung der Nordpolargebiete gesprochen. Es geht um Wirtschafts-, Umwelt- und Verteidigungsfragen.

    Merz für Deutschland dabei

    Im finnischen Rovaniemi unweit des Polarkreises soll heute auf einem EU-Arktis-Gipfel über eine Strategie für die geopolitisch immer wichtiger werdende Region gesprochen werden. Für Deutschland nimmt unter anderem Bundeskanzler Merz teil.
    Er kam gestern Abend mit dem finnischen Ministerpräsidenten Orpo zu einer Unterredung zusammen. Ein Schwerpunkt des Gipfels sollen Sicherheitsfragen sein. Finnland hat eine mehr als 1.300 Kilometer lange Grenze zu Russland und ist unter anderem deswegen in die NATO eingetreten.
    Der finnische Botschafter in Deutschland, Sauer, äußerte angesichts der Annexionsdrohungen von US-Präsident Trump die Hoffnung, dass sich die europäische Aufmerksamkeit nicht auf Grönland beschränkt, sondern die gesamte Arktis umfasst. Er verwies in den Funke-Medien zugleich auf das wachsende Interesse Russlands und Chinas an der Arktis.
    Diese Nachricht wurde am 14.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.