Samstag, 03. Dezember 2022

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Fußball
Transferirrsinn in der Sommerpause

Der Sommer 2016 könnte zur bislang teuersten Transferphase der Fußballgeschichte werden. Die Ablösesummen explodieren, und BVB-Trainer Thomas Tuchel warnte jüngst vor dem großen Knall. Der Ökonom Jörn Quitzau macht im DLF vor allem den neuen TV-Vertrag für die Entwicklung verantwortlich.

Jörn Quitzau im Gespräch mit Matthias Friebe. | 31.07.2016

    Der französische Fußball-Nationalspieler Paul Pogba im EM-Halbfinale gegen Deutschland.
    Der französische Fußball-Nationalspieler Paul Pogba im EM-Halbfinale gegen Deutschland. (pa/dpa)
    90 Millionen Euro für Gonzalo Higuaín, wahrscheinlich 120 Millionen für Paul Pogba, dazu noch einige Hundert Millionen mehr für weitere Spieler. Der Transfermarkt spielt derzeit verrückt. "England spielt hier eine Vorreiterrolle", sagt der Ökonom Jörn Quitzau im Deutschlandfunk.
    "Wir befinden uns in einer Inflationsphase." Das viele Geld, das jetzt aus den Fernsehverträgen neu in den Markt hineingespült werde, fließe in die Spielertransfers. "In fünf Jahren aber werden uns die Transfersummen, die wir jetzt exorbitant hoch finden, gar nicht mehr so ungewöhnlich erscheinen." Dies sei eine normale Markt-Entwicklung, "die letztlich nicht zu einer Blase führen wird.
    Bezug zur Basis geht verloren
    Quitzau warnte aber wie schon BVB-Trainer Thomas Tuchel vor einem Verlust des Bezugs zur Basis, dem Fußballfan. "Wir bewegen uns in eine Richtung, in der der Konsument, der Fan, nicht mehr ganz so wichtig wird."
    Einzelne große Geldgeber würden entscheiden, wohin sich der Fußball entwickle. Er sieht hier "weniger Fußballmarktwirtschaft und mehr Fußball-Kapitalismus."
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    Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.