Gemeinsame Erklärung
G7 beraten über Lage der Weltwirtschaft - Merz spricht nach neuen Russland-Sanktionen von "Tag der Hoffnung"

Zum Abschluss ihres Gipfeltreffens in Evian befassen sich die Staats- und Regierungschefs der G7-Staaten heute mit der Lage der Weltwirtschaft. Gestern stand der Ukraine-Krieg im Fokus.

    Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) spricht beim Pressestatement beim G7-Treffen in Evian nach der Arbeitssitzung.
    G7-Gipfel - Bundeskanzler Merz (picture alliance / dpa / dpa-Pool / Michael Kappeler)
    Dem Vernehmen nach soll heute über Wege hin zu einem nachhaltigen Wirtschaftswachstum diskutiert werden. Bundeskanzler Merz hatte vor dem Hintergrund des Rahmenabkommens für ein Ende des Iran-Kriegs gesagt, die geopolitische Lage bleibe ein Stresstest für die Weltwirtschaft. Deswegen wolle man auch über eine Wachstumsagenda sprechen. Gebraucht würden verlässliche Handelsbeziehungen und ein fairer globaler Wettbewerb. 

    Sanktionen gegen den russischen Öl- und Gassektor

    Gestern hatte die G7-Konferenz unter anderem neue Sanktionen gegen Russland beschlossen. Wie aus einer gemeinsamen Erklärung vom Abend hervorgeht, betreffen die Maßnahmen unter anderem den russischen Öl- und Gassektor. Des Weiteren sei vereinbart worden, die Lieferung von weitreichenden Waffen- sowie Flugabwehrsystemen an die Ukraine auszuweiten. Präsident Macron bezeichnete den Gipfel als "Moment des strategischen Erwachens".
    Bundeskanzler Merz sprach nach den Beratungen gestern wörtlich von einem "Tag der Hoffnung". Die G7-Staaten seien sich einig, den Druck auf Moskau zu erhöhen, um Russland an den Verhandlungstisch zu bringen. Auch US-Präsident Trump habe er in den Gesprächen als kooperativ erlebt. Merz betonte, Kiew habe sich in seinem Abwehrkampf gegen Russland eine Position der Stärke erkämpft. Das könne vielleicht erstmals eine Chance auf Frieden eröffnen. Trump erklärte, da der Iran-Krieg nun beendet sei, könne man sich auf den zweiten großen Krieg konzentrieren und sehen, dass dieser erledigt werde. Frankreichs

    Reform der Entwicklungshilfe geplant

    Die G7-Staaten sprachen sich zudem für eine Reform der Entwicklungshilfe aus. Das bestehende System müsse an die Bedürfnisse künftiger Generationen und die Herausforderungen der Gegenwart angepasst werden, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung. Traditionelle Entwicklungsstrategien hätten zwar zu wichtigen Ergebnissen geführt, aber die Abhängigkeit von ausländischer Hilfe nur in begrenztem Ausmaß verringert. Zudem erhöhten große wirtschaftliche Ungleichgewichte, Krisen und Konflikte sowie hohe Schulden den Finanzbedarf. Dieser könne nicht mit öffentlichen Mitteln gedeckt werden. Nötig seien auch privates Kapital, Mischfinanzierungen sowie faire und transparente Darlehen. Wörtlich heißt es in der Erklärung: "Wir müssen strukturierte Reformen vorantreiben, um die Entwicklungsarchitektur zu straffen und sicherzustellen, dass sie wirksam und leistungsfähig ist."

    Hörtipp

    G7 setzen auf Frieden für Nahost und Ukraine (Audio)
    Diese Nachricht wurde am 17.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.