Jahrestag
Gedenken an ermordete Marwa El-Sherbini: Opferanwalt mahnt klare Benennung antimuslimischer Gewalt an

Vor dem Dresdner Landgerichtsgebäude ist an die vor 17 Jahren aus islamfeindlichem Hass ermordete Pharmakologin Marwa El-Sherbini erinnert worden.

    Porträt von El-Sherbini im Hochzeitskleid.
    Marwa El-Sherbini (dpa / Privatbild der Familie)
    Dabei wurde in dem nach der gebürtigen Ägypterin benannten Park offiziell eine Gedenkstele eingeweiht. Der Anwalt der Opferfamilie mahnte in einer Stellungnahme, der 1. Juli dürfe nicht auf Gedenkrituale reduziert werden. Nötig seien ein wirksamer Schutz für Betroffene und eine klare Benennung antimuslimischer Gewalt.
    Marwa El-Sherbini wurde 2009 im Gerichtssaal erstochen. Die schwangere Frau hatte als Zeugin gegen den Täter ausgesagt, von dem sie zuvor auf einem Spielplatz massiv beschimpft worden war. Marwa El-Sherbini hinterließ einen Ehemann, der bei dem Angriff schwer verletzt wurde, und einen damals dreijährigen Sohn. Der Täter wurde zu lebenslanger Haft verurteilt. Zudem stellte das Gericht die besondere Schwere der Schuld fest. Seit einigen Jahren wird der 1. Juli auch als Tag gegen antimuslimischen Rassismus begangen. Mehrere Verbände forderten einen besseren Schutz für Muslime.
    Diese Nachricht wurde am 01.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.