Chile
Gedenken an Opfer des Militärputschs von 1973 - Ausschreitungen am Rande der Kundgebungen

In Chile haben Tausende an die Opfer des Militärputschs von 1973 erinnert.

    Demonstranten halten Plakate mit Schriftzügen und den Fotos von Opfern des Militärputsches von 1973 hoch.
    In Chiles Hauptstadt Santiago erinnern tausende an die Opfer des Militärputschs von 1973. (AFP / JAVIER TORRES)
    In der Hauptstadt Santiago kamen beim Nationalstadion rund 20.000 Menschen zusammen, wie die dortige Gedenkstätte mitteilte. Das Sportstadion war in den ersten Monaten der Diktatur als Gefangenenlager genutzt worden. Bei einer Kundgebung in der Küstenstadt Valparaiso kam es zu Ausschreitungen und Straßenbarrikaden, wie der Radiosender Bio Bio berichtete.
    In diesem Jahr gab es erstmals seit der Rückkehr zur Demokratie 1990 keinen offiziellen Staatsakt. Der ultrarechte Präsident Kast sagte dem Radiosender Cooperativa, er könne von seinen Landsleuten nicht verlangen, sich von der Geschichte verurteilen zu lassen. Kast hatte den Militärputsch in der Vergangenheit als Befreiungsschlag gegen den Kommunismus bezeichnet.
    Am 11. September 1973 hatten Militär und Polizei unterstützt vom US-Geheimdienst CIA gegen die demokratisch gewählte sozialistische Regierung Allende geputscht. Die Militärjunta unter General Pinochet ließ während ihrer Herrschaft nach offiziellen Angaben mehr als 3.000 Menschen ermorden. Zehntausende wurden verhaftet und viele gefoltert.
    Diese Nachricht wurde am 12.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.