Donnerstag, 30. Juni 2022

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Gefährlich, aber gut

Sie haben 1973 die subversivste Sendung aus der Taufe gehoben, die das deutsche Fernsehen bis dahin kannte - "Notizen aus der Provinz". Satire kam im Gewand eines politischen Magazins auf den Bildschirm. Dieter Hildebrandt sagte wie ein Nachrichtensprecher Beiträge an, in denen Politiker parodiert und gesellschaftliche Reizthemen kabarettistisch kommentiert wurden.

Von Oliver Kranz | 02.11.2013

Die Grenzen zwischen Satire und Realität waren oft nicht auszumachen. So gelangen viele höchst wirkungsvolle Provokationen. Volker Kühn hat das Konzept der Sendung entwickelt und gehört bis heute zu den besten Kennern der deutschen Kabarettszene. Am 4. November 1933 wurde er in Osnabrück geboren und arbeitete in den 60er-Jahren als Radioredakteur beim Hessischen Rundfunk. In der "Pol(H)itparade" baute er O-Töne von bekannten Politikern in Popsongs ein.

"Deutschland braucht Bayern" mit Franz Josef Strauß ist bis heute unvergessen. Der Song hielt sich 1973 wochenlang in den Charts. Kühn schrieb Texte für Wolfgang Neuss, Hanns Dieter Hüsch und viele andere Kabarettisten. Er selbst hat aber nur selten auf der Bühne gestanden.

Ganz im Gegensatz zu Dieter Hildebrandt, der schon als Student im Kabarett auftrat und 1956 zu den Gründern der Münchner Lach- und Schießgesellschaft gehörte. Da die Lach-und-Schieß-Programme von Anfang an im Radio und Fernsehen übertragen wurden, ist Hildebrandt schon lange ein Medienstar. Doch er ist der Bühne bis heute treu geblieben und tourt auch als über 80-Jähriger noch durch die Lande. Mit Volker Kühn lässt er anhand markanter Beispiele deutsche Fernsehsatire Revue passieren.

Links zum Thema

Website von Volker Kühn
Volker Kühn bei Wikipedia

Volker Kühn ist auch literarischer Nachlassverwalter für das Werk von Wolfgang Neuss
Website von Dieter Hildebrandt
Dieter Hildebrandt bei Wikipedia
Hanns Dieter Hüsch bei Wikipedia
Website der Münchner Lach- und Schießgesellschaft

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