Filmfestspiele Cannes
Geflohener Regisseur Rasoulof auf dem roten Teppich erschienen

Kurz nach seiner Flucht aus dem Iran ist Regisseur Mohammed Rasoulof zur Premiere seines neuen Films auf dem roten Teppich in Cannes erschienen. Sein Film "The Seed of the Sacred Fig" - auf deutsch: Die Saat der heiligen Feige - läuft im Wettbewerb der Filmfestspiele. Bei Rasoulofs Ankunft im Kinosaal jubelte und applaudierte das Publikum minutenlang. Der Filmemacher war in Begleitung seiner Tochter Baran. 

25.05.2024
    Der Regisseur Mohammed Rassulof steht gemeinsam mit seiner Tochter Baran auf dem roten Teppich in Cannes.
    Der Regisseur Mohammed Rassulof ist gemeinsam mit seiner Tochter Baran auf dem roten Teppich in Cannes erschienen. (AFP / SAMEER AL-DOUMY)
    Rasoulof wurde vor wenigen Tagen im Iran zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt. Er sei mitten in Undercover-Dreharbeiten zu dem Film gewesen, als er von dem Urteil erfahren habe, sagte Rasoulof der französischen Zeitung "Le Monde". Der Regisseur sei daraufhin in Berufung gegangen. Nach Ende der Dreharbeiten habe das Berufungsgericht die Strafe bestätigt. "Da wusste ich, dass ich nur sehr wenig Zeit haben würde, bevor sie tatsächlich kommen und mich verhaften würden", sagte Rasoulof. "Ich hatte etwa zwei Stunden Zeit, um zu entscheiden, ob ich bleiben und möglicherweise ins Gefängnis gehen oder fliehen würde."
    Unterdessen haben Prominente in einem offenen Brief zur Solidarität mit Rasoulof und anderen verfolgten Filmemachern im Iran aufgerufen. In dem Schreiben wird die "menschenverachtende Verfolgung" von Kulturschaffenden im Iran veurteilt.
    Diese Nachricht wurde am 25.05.2024 im Programm Deutschlandfunk gesendet.