
Zschoch betonte, das Institut verfüge weiterhin über Ansprechpartner vor Ort und biete unter anderem Fortbildungen für Lehrkräfte an. Ein Abbruch dieser Kontakte hätte aus ihrer Sicht Folgen für Menschen, die sich für den Deutschunterricht engagierten. Nach Angaben der Generalsekretärin lernen derzeit rund 500.000 Menschen in Russland Deutsch. Zwar lasse sich der Aufbau entsprechender Strukturen später nachholen. Erfahrungen etwa in Belarus zeigten jedoch, wie wichtig es sei, bestehende Verbindungen möglichst lange aufrechtzuerhalten. Viele Organisationen seien inzwischen nicht mehr in Russland tätig, so Zschoch. Wie sich die Lage weiterentwickeln werde, lasse sich derzeit nicht absehen.
Russisches Haus seit Jahren umstritten
Das Russische Haus in Berlin steht seit Jahren in der Kritik. Gegner werfen der Einrichtung vor, russische Propaganda zu verbreiten und Teil russischer Einflussnahme in Deutschland zu sein. Das Kulturinstitut an der Friedrichstraße wird von der staatlichen russischen Agentur Rossotrudnitschestwo betrieben. Die Organisation steht seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine auf der Sanktionsliste der Europäischen Union. Zudem ermittelt die Berliner Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts auf Verstöße gegen das Außenwirtschaftsgesetz.
Befürworter des Instituts weisen die Vorwürfe zurück. Die russische Botschaft bezeichnet das Russische Haus als kulturelle Einrichtung, die im Rahmen des deutschen Rechts arbeite. Das Auswärtige Amt prüft nach eigenen Angaben die rechtlichen Grundlagen für die weitere Arbeit des Instituts. Eine Schließung könnte auch Folgen für deutsche Kulturinstitute in Russland haben.
Diese Nachricht wurde am 28.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
