Rechtsextremismus
Geplantes AfD-Bundestreffen am 100. Jahrestag des NSDAP-Parteitags: Kritik hält an

Die Kritik am geplanten Bundestreffen der AfD genau 100 Jahre nach dem NSDAP-Reichsparteitag in Weimar hält an.

    Zu sehen ist der Tagungsort der AfD im sächsischen Riesa.
    Verganges Jahr fand der Bundesparteitag im sächsischen Riesa statt. (picture alliance / dpa / Sebastian Kahnert)
    Der Historiker Jörg Ganzenmüller sprach von einem bewussten symbolischen Akt, der auf mehreren Ebenen wirke. Zum einen sende die AfD ein Signal der Verbundenheit an die rechtsextreme Szene, der die Geschichte der NSDAP geläufig sei, sagte der Direktor des Hannah-Arendt-Instituts für Totalitarismusforschung an der TU Dresden dem Kölner Stadt-Anzeiger. Zum anderen wahre sie in der Öffentlichkeit die Fassade der Bürgerlichkeit, indem sie sich ahnungslos gebe und die historische Bedeutung herunterspiele. Der Historiker und Vorsitzende des Vereins Weimarer Republik, Stephan Zänker, hatte zuvor bereots von einer "fatalen Parallele" zu 1926 gesprochen.
    Die Staatministerin im Auswärtigen Amt, Güler, meinte, die AfD wisse genau, was sie tue. Es widere sie an, wie wenig Anstand und Respekt die AfD vor der deutschen Geschichte habe. Die CDU-Politikerin warnte, zu glauben, Parteitage hätten keine Symbolkraft, sei naiv: "Meine Güte, für wie dumm halten die uns alle eigentlich!"
    Der Vorsitzende der thüringischen AfD, Möller, fühte indes aus, wer wegen des Parteitags in Erfurt Parallelen zur NSDAP in Weimar vor 100 Jahren ausmache, sei offenkundig nur an einer zwanghaften Instrumentalisierung der Geschichte interessiert. Der Bundesvorstand äußerte sich nach Angaben des Blattes auf mehrere Anfragen der Zeitung nicht.
    Das NSDAP-Treffen in Weimar am 3. und 4. Juli 1926 gilt als Wendepunkt für die völkische Bewegung und den erstarkenden Nationalsozialismus.
    Diese Nachricht wurde am 16.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.