Kriegsverbrecher
Gestorbener Ex-General Mladic soll in Serbien offenbar Staatsbegräbnis bekommen

Für den gestorbenen ehemaligen General Ratko Mladic ist in Serbien offenbar ein Staatsbegräbnis vorgesehen. Der serbische Justizminister Vujic sagte dem Fernsehsender ATV, seine Regierung respektiere, was Mladic zustehe. Er sei ein General gewesen, und das Protokoll sei bekannt.

    Ratko Mladic im April 1993 als Armeechef, er trägt Uniform.I
    Ratko Mladic im April 1993 als Armeechef (picture alliance / ASSOCIATED PRESS / Michael Stravato)
    Mladic war gestern in einem Gefängniskrankenhaus in Den Haag im Alter von 84 Jahren gestorben. Der Internationale Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien hatte ihn im Jahr 2017 zu einer lebenslangen Haftstrafe unter anderem wegen Völkermordes im Bosnien-Krieg in den 1990er Jahren verurteilt. Mladic wurde unter anderem für das Massaker von Srebrenica von 1995 verantwortlich gemacht, als die bosnisch-serbische Armee mehr als 8.000 muslimische Bosniaken ermordete.
    Von Teilen der Bevölkerung in Serbien sowie in der Republika Srbska in Bosnien-Herzegowina wird Mladic als Kriegsheld verehrt. Gestern waren nach der Todesnachricht hunderte bosnische Serben auf die Straßen gegangen und hatten den Namen des Ex-Generals skandiert.

    Aus dem Deutschlandfunk-Programm

    Nach Tod von Ratko Mladić: Bosnische Serben verherrlichen Kriegsverbrecher
    Diese Nachricht wurde am 28.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.