Austauschdienst DAAD
Gestrichene Förderprogramme: US-Wissenschaftler interessieren sich verstärkt für Europa

Gestrichene Förderprogramme, zerstörte Datenbanken: Das könne Wissenschaftlern in den USA passieren, sagt der Präsident des Deutschen Akademischen Austauschdienstes. Mukherjee sagte der "Welt am Sonntag", seit dem Amtsantritt von US-Präsident Trump nehme der DAAD ein verstärktes Interesse von US-Wissenschaftlern an Europa und auch an Deutschland wahr.

    Der Sitz der Zentrale des Deutschen Akademischen Austausch Dienstes (DAAD)
    Der Deutsche Akademische Austauschdienst - DAAD - registriert ein großes Interesse an Stipendien von US-Wissenschaftlern. (Thomas Banneyer/dpa)
    Es seien vor allem junge Nachwuchswissenschaftler, die sich überlegten, die USA zu verlassen und ihre Karriere in einem anderen Land aufzubauen. Da sei gerade viel in Bewegung.

    Starkes Interesse an Stipendien in Europa

    So hätten sich Bewerbungen auf DAAD-Masterstipendien in Deutschland mehr als verdoppelt. Von einem stark gestiegenen Interesse berichten Mukherjee zufolge auch die Alexander-von-Humboldt-Stiftung und die Max-Planck-Gesellschaft. Das sei derzeit also ein genereller Trend. Umgekehrt lasse das Interesse deutscher Studierender und Promovierender an den USA nach: Die Anfragen beim DAAD seien um rund zehn Prozent zurückgegangen.

    Förderprogramme in den USA gestrichen

    In den USA würden zum Beispiel Förderprogramme in der Klimaforschung gestrichen, bestimmte Datenbanken und Datenreihen nicht fortgeführt oder zerstört, erklärte Mukherjee. Damit fielen Arbeitsgrundlagen für die Forschung weg. Hinzu komme, dass gerade forschungsstarke Universitäten wie Harvard, Stanford oder Princeton, die bislang besonders erfolgreich beim Einwerben von Drittmitteln gewesen seien, den Rückgang auch in diesem Bereich entsprechend stark spürten.
    Der Deutsche Akademische Austauschdienst ist nach eigenen Angaben die weltweit größte Förderorganisation für den internationalen Austausch von Studierenden, Forschenden und Hochschulpersonal. Kürzlich wurde bekannt, dass der DAAD seine Arbeit in Russland einstellt. Das russische Justizministerium hatte den DAAD am Dienstag zur "unerwünschten Organisation" erklärt.
    Diese Nachricht wurde am 15.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.