Sonntag, 04. Dezember 2022

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Ghost Festival der Spannungen:Künstler
Bewegende Kontraste

Optimistisch präsentiert sich Beethovens Streichtrio in G-Dur. Doch schon bald wendet sich das Programm der Spannungen-Künstler. Dvorák gibt sich ungewohnt düster und Mendelssohn verarbeitet in seinem letzten Streichquartett den Tod seiner geliebten Schwester.

Am Mikrofon: Johannes Jansen | 29.11.2020

Frau mit Cello und Mann mit Geige stimmen ihre Instrumente zwischen Mikrofonständern
Die Geschwister Tanja und Christian Tetzlaff stimmen ihre Instrumente fürs Radiokonzert (Deutschlandradio / Angie Herrlich)
Ein selbstbewusstes Zeugnis früh erlangter Meisterschaft liefert Beethovens Streichtrio in G-Dur, komponiert in seinen ersten Wiener Jahren. Nach eigener Einschätzung war es sein bis dahin bestes Werk. Einen nicht nur klanglichen Gegenakzent dazu setzen Bartóks "Kontraste", in denen sich ungarische Folklore mit Einflüssen des Jazz vermischt.
Ein Höhepunkt romantischen Kammermusikschaffens ist Mendelssohns letztes Streichquartett in f-Moll, das den Tod der Schwester reflektiert. In der gleichen Tonart steht das "brahmsische" dritte Klaviertrio von Dvořák. Auch im Gestus ähneln sich beide Werke, schmerzlich aufgewühlt und formbewusst zugleich.
Ludwig van Beethoven
Trio für Violine, Viola und Violoncello G-Dur, op. 9, Nr. 1
Antonín Dvořák
Trio für Klavier, Violine und Violoncello Nr. 3 f-Moll, op. 65
Béla Bartók
Kontraste für Klarinette, Violine und Klavier, Sz 111
Felix Mendelssohn Bartholdy
Quartett für 2 Violinen, Viola und Violoncello f-Moll, op. 80
Sharon Kam, Klarinette
Florian Donderer, Violine
Anna Reszniak, Violine
Christian Tetzlaff, Violine
Antje Weithaas, Violine
Elisabeth Kufferath, Violine und Viola
Barbara Buntrock, Viola
Gustav Rivinius, Violoncello
Tanja Tetzlaff, Violoncello
Mario Häring, Klavier
Lars Vogt, Klavier
Aufnahme vom 25.6.2020 aus der Jesus-Christus-Kirche, Berlin-Dahlem