Kultur-Vermittlung
Goethe-Medaille 2026 geht an Arvo Pärt, Anita Raja und Prodromos Tsinikoris

Der Estnische Komponist Arvo Pärt, die italienische Übersetzerin Anita Raja und der griechische Theatermacher Prodromos Tsinikoris haben die Goethe-Medaille 2026 verliehen bekommen.

    Eine Goethe-Medaille liegt in einer offenen Box. Geehrt werden seit 1955 jährlich Personen aus aller Welt, die sich in besonderer Weise um die deutsche Sprache und den Kulturaustausch verdient gemacht haben.
    Die Goethe-Medaille wird seit 1955 jährlich vergeben. Die Verleihung findet seit 1992 in Weimar und seit 2009 an Goethes Geburtstag statt. (picture alliance / dpa / Hannes P Albert)
    Das Goethe-Institut vergibt die Auszeichnung seit 1955 als offizielles Ehrenzeichen der Bundesrepublik Deutschland. Der Preis ehrt Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise um die Vermittlung der deutschen Sprache sowie den internationalen Kulturaustausch verdient gemacht haben.

    Künstler und Künstlerin aus Estland, Italien und Griechenland ausgezeichnet

    Arvo Pärt wurde 1935 im estnischen Paide geboren und arbeitete zunächst für das estnische Radio. Ab den 1960ern war er als freier Komponist tätig. Geehrt wurde er für sein international bekanntes musikalisches Werk. Die Auszeichnung nahm sein Sohn Michael entgegen. Pärts Kompositionen erreichten Menschen "über alle Schichten und Kulturen hinweg", sagte der Musikwissenschaftler Björn Gottstein in seiner Laudatio.
    Anita Raja stammt aus Neapelund studierte Literaturwissenschaften in Rom. Als Übersetzerin etablierte sie später zentrale Werke von Christa Wolf im italienischen Sprachraum, außerdem bearbeitete sie Texte von Franz Kafka, Ingeborg Bachmann und Georg Büchner.
    Prodromos Tsinikoris wurde als Sohn griechischer Gastarbeiter in Wuppertal geboren. Heute lebt und arbeitet erin Athen als Regisseur, Dramaturg sowie Schauspieler und thematisiert unter anderem Migration und Zugehörigkeit.
    Alle drei Preisträger stünden für ein kulturell weltoffenes Europa, sagte die Präsidentin des Goethe-Instituts, Joost, bei der Preisverleihung. Sie setzten sich mit der deutschen Kultur und Geschichte auseinander und gewährten in ihrer Arbeit jeweils einen neuen Blick von außen auf Deutschland. Die Verleihung der Medaillen findet traditionell am 28. August, dem Geburtstag Johann Wolfgang von Goethes statt. Bis heute wurden insgesamt 386 Persönlichkeiten aus 71 Ländern geehrt.
    Diese Nachricht wurde am 29.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.