Tierwelt
Gottesanbeterin breitet sich aus - gut 15.000 Sichtungen

In Deutschland werden deutlich mehr Gottesanbeterinnen registriert als noch im vergangenen Jahr. Allein seit Anfang Juli seien mehr als 15.000 Sichtungen des exotischen Insekts gemeldet worden, teilte der Naturschutzbund Deutschland mit.

    Eine grellgrüne Europäische Gottesanbeterin (Mantis religiosa) ist auf einer vertrockneten Blüte zu sehen.
    Die Europäische Gottesanbeterin war in Deutschland lange ein exotisches Tier, doch jetzt nehmen Sichtungen spürbar zu. (picture alliance / dpa / Patrick Pleul)
    Der Nabu betreibt ein Online-Portal, in dem Laien ihre Sichtungen eintragen können. Dank ihres ungewöhnlichen Aussehens seien 99,9 Prozent aller Bestimmungen korrekt, hieß es. Gottesanbeterinnen sind entlang des Rheins zu finden; eine davon getrennte Population breitet sich in einem Gebiet zwischen Berlin und Thüringen aus.

    Paarung oft tödlich für Männchen - für Menschen ungefährlich

    Die langbeinige Europäische Gottesanbeterin (Mantis religiosa) ist vor allem für ihr makaber anmutendes Paarungsverhalten berüchtigt: Demnach stirbt rund ein Drittel der Männchen unmittelbar nach der Paarung, weil das Weibchen das kleinere Männchen frisst. Weibliche Tiere werden bis zu etwa acht Zentimeter groß, Männchen bis zu etwa sechs Zentimeter. 
    Gottesanbeterinnen ernähren sich unter anderem von Heuschrecken, Spinnen oder Fliegen und können stundenlang unbemerkt ausharren. Der Fangschlag dauert 50 bis 60 Millisekunden und ist damit etwa sechsmal schneller als ein Lidschlag des menschlichen Auges. Für Menschen ist die Gottesanbeterin ungefährlich.
    Diese Nachricht wurde am 23.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.