Sabotage an Stromleitungen
Großeinsatz am Hambacher Forst in Nordrhein-Westfalen

Auf der Suche nach dem Tatverdächtigen im Zusammenhang mit mehreren Sabotageaktionen gegen das deutsche Stromnetz hat die Polizei einen Großeinsatz am Hambacher Forst begonnen. Ein Reporter der Deutschen Presse-Agentur berichtet von bis zu 100 Polizeifahrzeugen vor Ort.

    Drei Polizisten laufen auf einer Straße durch einen Wald. Davor steht ein Polizeiwagen.
    Im Hambacher Forst in Nordrhein-Westfalen läuft ein Großeinsatz der Polizei (Jan Ohmen / dpa )
    Das Waldstück liegt am Rand des Rheinischen Braunkohlereviers in Nordrhein-Westfalen und ist durch zahlreiche Aktionen von Klimaschützern zum Symbol des Widerstands gegen die Kohleverstromung geworden. Am Freitag hatten die Ermittler in der Nähe einen Lastwagen gestürmt, der zu einem Wohnmobil umgebaut worden war. Der Gesuchte wurde aber nicht vorgefunden.

    Verdächtiger womöglich mit dem Fahrrad auf der Flucht

    Inzwischen hält die Polizei es für wahrscheinlich, dass der 48-Jährige aus Gevelsberg in Nordrhein-Westfalen mit dem Fahrrad auf der Flucht ist. Es werde nach einem Rad der Marke Trenoli gesucht. Gestern wurde ein Fahndungsaufruf mit zwei Fotos des Verdächtigen veröffentlicht. Der Mann hatte ein Bekennerschreiben mit seinem Namen unterzeichnet. Ob er wirklich für die Sabotageversuche verantwortlich ist, die darin beschrieben werden, ist unklar.

    Sprengvorrichtungen auch in Sachsen entdeckt

    Auch in Sachsen wurden bei versuchten Anschlägen auf das Stromnetz in den Landkreisen Bautzen und Görlitz insgesamt zwölf selbstgebaute Sprengvorrichtungen entdeckt. Das teilte die Generalstaatsanwaltschaft Dresden mit. Die sächsischen Behörden prüfen nach eigenen Angaben einen Zusammenhang mit ähnlichen Funden in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen. In allen drei Bundesländern wird noch Braunkohle abgebaut und verstromt.
    Diese Nachricht wurde am 06.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.