Montag, 15. April 2024

Medienbericht
Grüne am häufigsten Ziel von Angriffen

Einem Medienbericht zufolge werden auch weiterhin Politiker und Parteimitglieder der Grünen am häufigsten zum Ziel von Angriffen.

02.12.2023
    Jian Omar (Bündnis90/Grüne) spricht während der Plenarsitzung im Berliner Abgeordnetenhaus.
    Zuletzt wurde das Parteibüro des migrationspolitischen Sprechers der Berliner Grünen, Jian Omar, nach dessen Angaben attackiert und unter anderem mit Kot beschmiert. (Wolfgang Kumm / dpa / Wolfgang Kumm)
    Das berichtet die Zeitung "Die Welt" unter Berufung auf die Antworten auf eine parlamentarische Anfrage der AfD. Im ersten Halbjahr dieses Jahres wurden demnach durch die Landeskriminalämter der Bundesländer 349 Körperverletzungs-, Eigentums-, Bedrohungs-, Beleidigungs- und Verleumdungsdelikte gegen Politiker und Parteimitglieder erfasst. Mit 96 Vorfällen waren Grüne am meisten von diesen Delikten betroffen, gefolgt von Mitgliedern der AfD mit 82 Vorfällen. Hinzu kommen 292 Sachbeschädigungen von Parteibüros. Auch hier sind mit noch deutlicherem Abstand vor allem die Grünen betroffen mit 131 Vorfällen, gefolgt von der SPD mit 65 Vorfällen.
    Zuletzt sorgte das Wahlkreisbüro des Berliner Grünen-Abgeordneten Omar für Schlagzeilen. Nach dessen Angaben wurde der Eingang mit Fäkalien beschmiert. Auch im vergangenen Jahr waren zumeist Grünen-Politiker Attacken ausgesetzt, wie ebenfalls aus einer parlamentarischen AfD-Anfrage hervorging. Auf die damals 399 Angriffe auf Grüne folgen 386 Angriffe auf Mitglieder der SPD.
    Betrachtet man allein die Körperverletzungen, wurden im ersten Halbjahr 2023 dem Bericht zufolge überwiegend AfD-Politiker Opfer. Von 24 gemeldeten Fällen betrafen sie 19.
    Der innenpolitische Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion, Throm, sagte der "Welt", Angriffe auf politisch aktive Bürger und Repräsentanten des Staates seien immer alarmierend. Dabei spiele es selbstverständlich keinerlei Rolle, welcher Partei die Opfer angehören.
    Diese Nachricht wurde am 26.11.2023 im Programm Deutschlandfunk gesendet.