Impulspapier
Grüne erklären Strategie gegen AfD für gescheitert: "Alle Parteien mitverantwortlich"

Die Fraktionsspitze der Grünen fordert eine neue Strategie gegen die AfD. Die Vorsitzenden Dröge und Haßelmann verfassten dazu ein Impulspapier, über das das Magazin "Der Spiegel" berichtet. Darin heiße es, für das Erstarken der in Teilen rechtsextremen AfD trügen alle demokratischen Parteien Verantwortung, auch die Grünen.

    Britta Haßelmann, Bundestags Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, spricht neben Katharina Dröge (l), Bundestags Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen
    Die Fraktionsvorsitzenden der Grünen Britta Haßelmann (rechts) und Katharina Dröge (picture alliance / dpa / Michael Kappeler)
    "Niemand sollte einfach weitermachen wie bisher - auch wir Bündnisgrüne nicht", werden beide Politikerinnen in dem Bericht zitiert: "Wenn alle in den Überzeugungen, die sie schon immer richtig fanden, verharren, werden wir kein Stück schlauer." Und weiter heißt es in dem fünfseitigen Papier: "Wir müssen feststellen, dass unser Werben für die Rettung der Demokratie für viele mittlerweile nur noch abstrakt und weit weg klingt."
    Dröge und Haßelmann kommen demnach zu dem Schluss, dass man mit dem Eintreten für das demokratische System viele Bürger nicht mehr erreiche. Man wirke wie Verteidiger eines Status quo, der im Alltag für die Menschen nicht mehr gut funktioniere. Einen zentralen Grund dafür sehen die Autorinnen in der mangelhaften Aufarbeitung der Corona-Pandemie.
    Um besser gegen die AfD punkten zu können, müssten die demokratischen Parteien spürbare Lösungen für die Menschen bieten, fordern die beiden Grünen-Fraktionsvorsitzenden. In dem Papier bieten sie der schwarz-roten Koalition eine Zusammenarbeit an.
    Diese Nachricht wurde am 03.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.