
Freund war anlässlich des Referendums nach Island gereist.
Die Debatte sei vor allem von innenpolitischen Themen geprägt gewesen und weniger von der Frage, welche Folgen eine EU-Mitgliedschaft für Island hätte, betonte der Grünen-Politiker
. Viele Argumente des Nein-Lagers hätten nur wenig mit der tatsächlichen Situation in der Europäischen Union zu tun gehabt. Teilweise seien Ängste geschürt worden, statt eine faktenbasierte Diskussion über Vor- und Nachteile einer Mitgliedschaft zu führen.
Der Grünen-Politiker betonte zudem, die Gegner neuer Beitrittsgespräche hätten deutlich mehr Geld für ihre Kampagne zur Verfügung gehabt. Vor allem Vertreter der Fischereiindustrie hätten die Nein-Kampagne unterstützt. Dabei sei es bei dem Referendum noch gar nicht um einen EU-Beitritt gegangen, sondern zunächst um die Wiederaufnahme von Verhandlungen.
Nach Einschätzung von Freund hätte eine engere Anbindung an die EU Island größeren außenpolitischen Rückhalt verschafft. Gerade angesichts der Äußerungen von US-Präsident Trump zu Grönland sei es für kleinere Staaten von Vorteil, Teil eines größeren Bündnisses zu sein und auf die Unterstützung europäischer Partner zählen zu können.
EU sieht Island weiter als Partner
Bei dem Referendum hat sich eine Mehrheit der Isländer gegen neue EU-Beitrittsverhandlungen ausgesprochen. Knapp 53 Prozent stimmten gegen das Vorhaben der Regierung. Die Wahlbeteiligung war mit 82 Prozent hoch. Ministerpräsidentin Frostadóttir erklärte in Reykjavík, ihre Regierung werde die Gespräche über einen EU-Beitritt nicht wieder aufnehmen. Gleichzeitig wolle sie die Handelsbeziehungen mit der EU stärken. Die Ministerpräsidentin hatte sich zuvor für eine Annäherung an die EU stark gemacht und die Abstimmung als "historische Chance" für Island bezeichnet. Die EU-Kommission betonte, Island werde weiter ein enger Partner bleiben.
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Diese Nachricht wurde am 31.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
