Russland
Gulag-Museum soll künftig NS-Kriegsverbrechen zeigen

Das Moskauer Museum über den Gulag - die berüchtigten Straf- und Arbeitslager in der ehemaligen Sowjetunion - wird umgewandelt in ein Museum über NS-Verbrechen im Zweiten Weltkrieg. Damit verschwindet die Erinnerung an Millionen Opfer.

    Das schwarz-weiße Archivbild aus dem Jahr 1943 zeigt Straf- und Arbeitslager in Sibirien.
    Das Moskauer Gulag-Museum wird geschlossen. (imago images / Sovfoto / UIG)
    Die derzeit geschlossene Einrichtung teilte auf seiner Webseite mit, man werde sich als "Museum der Erinnerung" künftig, dem Gedenken an die Opfer des Genozids am sowjetischen Volk widmen. Die Ausstellung werde alle Etappen der Nazi-Kriegsverbrechen umfassen.
    Bislang erinnerte das Museum an die Millionen Menschen, die zwischen 1918 und 1956 als angebliche Verräter und Staatsfeinde in Lagern eingesperrt wurden und dort Zwangsarbeit leisten mussten. Der russische Nobelpreisträger Alexander Solschenizyn beschrieb das Haftsystem unter Diktator Josef Stalin in seinem Werk "Archipel Gulag".
    Unter Präsident Putin ist die Aufarbeitung der Stalin-Verbrechen weitgehend eingestellt worden. Das Gulag-Museum wurde bereits im November 2024 geschlossen. Zur Begründung hieß es, die Brandschutzvorschriften würden nicht eingehalten. Kritiker sahen darin einen Versuch, die Arbeit des preisgekrönten Museums zunichte zu machen. 
    Diese Nachricht wurde am 21.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.