Stilles Gedenken
Hanau erinnert an Opfer des rassistischen Anschlags von 2020

In Hanau ist an die neun Opfer des rassistischen Anschlags vor sechs Jahren erinnert worden. Vertreter der Stadt und des Landes Hessen legten an den Tatorten in stillem Gedenken Kränze nieder.

    Der Vater eines Opfers betet am Tatort am Heumarkt neben Fotos der Getöteten während eines stillen Gedenkens für die Opfer des rassistischen Anschlages von Hanau.
    Der Vater eines Opfers betet am Tatort während eines stillen Gedenkens für die Opfer des rassistischen Anschlages von Hanau. (Boris Roessler / dpa )
    Am späten Abend sollen dort brennende Kerzen für die Opfer aufgestellt werden. Der Hanauer Oberbürgermeister Kaminsky erklärte, die stille Form des Gedenkens in diesem Jahr sei in Abstimmung mit den Angehörigen der Opfer gewählt worden. Eine öffentlichkeitswirksamere Form der Erinnerung werde voraussichtlich zum zehnten Jahr wieder stattfinden. Auch an den Gräbern der Opfer sowie im Ausland - unter anderem in der Türkei, in Rumänien und in Bulgarien - waren Kranzniederlegungen geplant.
    Zum fünften Jahrestag des Anschlags hatte Bundespräsident Steinmeier in Hanau bei einer großen Gedenkfeier eine Rede gehalten. Der hessische Ministerpräsident Rhein erklärte in einer Mitteilung, die Landesregierung werde das Gedenken an die Toten lebendig halten und den Einsatz gegen Rassismus, Extremismus und Menschenfeindlichkeit fortsetzen.
    Am 19. Februar 2020 hatte ein 43-jähriger Deutscher neun Menschen aus rassistischen Motiven erschossen. Danach tötete er seine Mutter und sich selbst.
    Diese Nachricht wurde am 19.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.