
Martenstein sei einer der renommiertesten Kommentatoren politischer, kultureller, sprachlicher und alltäglicher Vorgänge, begründete die Henning-Kaufmann-Stiftung für die deutsche Sprache die Wahl. Der Preisträger habe seine Sprachkunst auch in Romanen wie Heimweg (2007), Gefühlte Nähe (2010) und Wut (2021) gezeigt, teilte die Stiftung mit. Den Deutschen Sprachpreis erhalte Martenstein dafür, dass er "das publizistische Handwerk meisterhaft beherrsche" und es in Verantwortung für die deutsche Sprache ausübe. Sein Deutsch sei zeitgemäß, seine Texte seien witzig und reflektiert, teilweise sarkastisch. Wegen seines "gelegentlichen Mangels an politischer Korrektheit", etwa in der Frage des Genderns, sei er auch kritisiert worden.
Martenstein begann seine journalistische Laufbahn als Redakteur der "Stuttgarter Zeitung", in der Folge arbeitete er beim Berliner "Tagesspiegel", bei der "Münchner Abendzeitung" und schrieb von 2002 bis 2026 die Kolumne "Lebenszeichen" für die Wochenzeitung "Die Zeit". Seit 2026 verfasst er für die "Bild"-Zeitung die Kolumne "Mail von Martenstein". Für seine Texte wurde er mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Theodor-Wolff-Preis (2012) und dem Medienpreis für Sprachkritik (2023).
Der mit 10.000 Euro dotierte Deutsche Sprachpreis wird seit 1984 für besondere Verdienste im Bereich der deutschen Sprache vergeben. Zu den Preisträgern der vergangenen Jahre zählen Matthias Brandt, der Reclam-Verlag und Bodo Wartke.
Diese Nachricht wurde am 19.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
