WDR-Recherchen
Hausärzte kritisieren Fachpraxen wegen Dringlichkeitsüberweisungen

Recherchen des WDR haben eine neue Diskussion über die sogenannten Hausarztvermittlungsfälle für medizinisch dringende Fälle ausgelöst.

    Ein Hausarzt sitzt in einem Sprechzimmer an einem Schreibtisch und arbeitet am Computer.
    Die Wartezeiten auf Facharzttermine sind lang: Nach WDR-Recherchen kommen häufig Dringlichkeitsüberweisungen ins Spiel, die zusätzliche Honorare bringen. (picture alliance / dpa / Sebastian Kahnert)
    In einer Umfrage des Westdeutschen Rundfunks vertraten hunderte Hausärztinnen und Hausärzte die Einschätzung, dass es sich um ein Geschäftsmodell handle. Kollegen aus Facharztpraxen würden die besonderen Überweisungen häufig verlangen, um die dafür vorgesehenen hohe Zuschläge abrechnen zu dürfen. Der Spitzenverband der Fachärztinnen und Fachärzte Deutschlands wies die Kritik gegenüber dem WDR zurück und nannte das Verfahren rechtmäßig.
    Die Möglichkeit, Patienten über die Deklarierung eines Vermittlungsfalls oder einen Dringlichkeitscode schneller einen Termin zu ermöglichen geht auf das sogenannte Terminservicegesetz aus dem Jahr 2019 zurück. Der Bundesrechnungshof hat dieses Gesetz vor kurzem geprüft. Das Ergebnis: Trotz hoher Mehrkosten ist die Wartezeit für Patienten im Durchschnitt nicht gesunken.
    Diese Nachricht wurde am 19.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.