Sturzflut im Himalaya
Mehr als 730 bestätigte Todesopfer - Nepal bittet internationale Gemeinschaft um Hilfe

Nach der Sturzflut im Himalaya trifft Hilfe aus dem Ausland in Nepal ein. Außenminister Khanal teilte mit, man habe die internationale Gemeinschaft um Hilfe gebeten - das Ausmaß der Katastrophe übersteige die Kapazitäten des Landes.

    Eine Drohnenaufnahme zeigt Rettungskräfte, die im Distrikt Nuwakot in Nepal das Gebiet beschädigte Gebäude inspizieren. Die Häuser stehen tief im Schlamm.
    Rettungskräfte inspizieren beschädigte Gebäude nach der Sturzflut im Distrikt Nuwakot in Nepal. (picture alliance / AP Photo / Rajesh Kumar Singh / Rajesh Kumar Singh)
    Das Wichtigste ist laut Khanal zunächst, so viele Menschen wie möglich zu retten. Außerdem benötige man Kühlmöglichkeiten, um Tote über längere Zeit zu lagern.
    Nach Angaben Khanals braucht es zudem Unterstützung bei komplizierten Rettungsmaßnahmen an Wasserkraftwerken. Hier hälfen unter anderem Rettungsmannschaften aus Indien und China bei der Suche nach Arbeitern, die in Tunneln an Kraftwerken entlang der von der Flut betroffenen Flüsse eingeschlossen sind. So unter anderem im Bezirk Rasuwa: Dort gehen die Behörden davon aus, dass an einer Baustelle mehr als 100 Menschen in einem schlammgefüllten Tunnel festsitzen.
    Auch die Organisation "Save the Children" hat trotz erschwerter Bedingungen im Katastrophengebiet an der Grenze zwischen China und Nepal damit begonnen, Hilfsgüter zu verteilen. Geschäftsführer Westphal sagte im Deutschlandfunk , der Verkehr sei vielerorts zwar blockiert und die Logistik schwierig. Man habe aber erfahrene Mitarbeiter, und die Koordination mit den Behörden sei geregelt und funktioniere. Man könne in einem ersten Schritt rund 1.000 Familien mit Betten, Moskitonetzen und Haushaltsgegenständen versorgen.

    Mittlerweile mehr als 730 bestätigte Todesopfer - Gefahr weiterer Flutwelle leicht gesunken

    Insgesamt werden im Katastrophengebiet an der Grenze zwischen China und Nepal noch rund 3.000 Menschen vermisst, darunter auch mindestens acht Deutsche. Die Zahl der bestätigten Toten ist zuletzt auf mehr als 730 gestiegen.
    ​Die Gefahr einer neuen Flutwelle im Katastrophengebiet ist nach chinesischen ‌Angaben zuletzt etwas ⁠gesunken. Wie der Staatssender CCTV berichtet, fließt ein durch Geröll entstandener See langsam ab. Aus Sorge vor seinem Überlaufen waren die Rettungsarbeiten vorübergehend unterbrochen worden. Diese werden im Grenzgebiet zu Nepal weiter durch Schlamm, Regen und Nebel erschwert. Selbst für Hubschrauber sei es dort problematisch zu landen, erklärte ein Militärsprecher.

    Aus dem Deutschlandfunk-Programm:

    Viele stehen vor dem Nichts – Überleben und leben nach der Sturzflut in Nepal
    Katastrophe in Nepal: Die Rolle des Klimawandels im Himalaya
    Diese Nachricht wurde am 30.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.