
Ellerbrock verweist darauf, dass Minnesota ein sogenannter "Swing State" ist - also ein bei Wahlen üblicherweise umkämpfter Bundesstaat. Dort habe es 2020 nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd durch Polizeigewalt Unruhen gegeben. "Wir erinnern uns an die Bilder von Plünderungen." Es sei damals der Notstand ausgerufen worden und die Nationalgarde in Bundesstaaten entsandt worden. "Das ist eine Situation, die Donald Trump gerne provozieren würde, um weiter seine Agenda voranzutreiben."
"Die Gewaltspirale in Minneapolis ist auch durch eine extrem polarisierte Sprache gekennzeichnet"
Die Qualität der politischen Gewalt in den USA habe sich verändert, führte Ellerbrock aus. In Minneapolis waren bei Einsätzen der Einwanderungsbehörde ICE zwei US-Bürger getötet worden. Ellerbrock spricht von einem Versuch, politische Gewalt dezidiert einzusetzen, um demokratische Institutionen zu delegitimieren. Gleichzeitig sehe man eine Gewaltspirale, die sich auch durch eine extrem polarisierte Sprache gekennzeichnet sei.
Im Moment sei die Haltung der Trump-Regierung, einen Schritt zurückzugehen – sprich: die Situation nicht weiter eskalieren zu lassen, so Ellerbrock. "Aber die werden höchstwahrscheinlich auch wieder bereit sein, zwei Schritte nach vorne zu gehen."
Das komplette Gespräch mit der Historikerin Dagmar Ellerbock können Sie hiernachhören.
Diese Nachricht wurde am 01.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
