Samstag, 01. Oktober 2022

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Hochschulquartett: Freiheit oder Lobbyismus?

"Die Finanzierung von Hochschulen durch Drittmittel sieht die Partei kritisch." Die Piraten waren sich auf ihrem jüngsten Parteitag einig: Die finanzielle Ausstattung von Universitäten müsse überdacht werden. Dass die deutsche Hochschullandschaft ohne Geld aus der Wirtschaft kaum überlebensfähig wäre, ist deutlich.

Moderation: Michael Kröher und Christian Floto | 27.04.2012

    Neun von zehn Wissenschaftlern haben in den letzten fünf Jahren Drittmittel beantragt, konstatiert der Hochschulverband. Laut Stifterverband gibt es 1000 privat geförderte Lehrstühle, 41 Prozent der Professuren werden von Unternehmen finanziert.

    Ohne privates Geld wären die deutschen Hochschulen also arm dran. Drittmittelfinanzierung ist aber nicht per se schlecht, solange nicht das Sprichwort gilt: Wes' Brot ich ess', des' Lied ich sing'. Und genau hier haken die Kritiker ein. Die Wissenschaft werde geknebelt, wenn Hochschulen ihre Veröffentlichungen zum Beispiel vorab mit den Geldgebern abstimmen müssten. Es stehe nichts Geringeres als die Unparteilichkeit der Wissenschaft auf dem Spiel.

    Nach Artikel 5 des Grundgesetzes sind Forschung und Lehre frei. Doch besteht dieses Gesetz den Praxistest? Wie wirkt sich das Geld aus der Wirtschaft auf die Forschungslandschaft aus, wer bestimmt die Besetzung der Lehrstühle und haben die Financiers ein Mitspracherecht bei der Lehre?

    Die Gäste

    - Prof. Jürgen Hesselbach, Präsident, TU Braunschweig
    - Dr. Heinrich Höfer, BDI, Abteilungsleiter Forschung, Innovation, Technologie, und Gesundheit
    - Prof. Dr. Stefan Hornbostel, Soziologe, Humboldt-Universität Berlin
    - Prof. Georg Krausch, Präsident, Universität Mainz

    Die Moderatoren:

    Michael Kröher, "Manager Magazin", und Christian Floto, Deutschlandfunk