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Human Rights Watch: Menschenrechtssystem in existenzieller Krise

Die Organisation Human Rights Watch sieht die Menschenrechte weltweit infrage gestellt. Der Deutschland-Direktor der Organisation, Frisch, sagte im Deutschlandfunk, das System stecke in einer nie dagewesenen existenziellen Krise.

    HRW-Deutschlanddirektor Philipp Frisch
    HRW-Deutschlanddirektor Philipp Frisch (Anne-Beatrice Clasmann / dpa / Anne-Beatrice Clasmann)
    Es werde zerrieben zwischen klassischen Autokratien wie Russland und China sowie den Vereinigten Staaten, die zunehmend illiberal würden. Frisch sagte mit Blick auf die US-Einwanderungsbehörde ICE, man sehe, wie Vertreter einer fast schon paramilitärisch anmutenden Behörde durch die Straßen patrouillierten und Menschen verhafteten. Zudem gebe es frontale Angriffe auf Grundpfeiler eines demokratischen Staates wie Medien und Universitäten.
    In dem neuen Jahresbericht von Human Rights Watch wird unter anderem auf die dramatische Lage im Iran verwiesen. Neben der Niederschlagung der Proteste berichtet die Organisation von Massenverhaftungen und einer sehr hohen Zahl von Hinrichtungen. Mit Blick auf Deutschland stellt Human Rights Watch schlechtere Lebensbedigungen für Menschen mit Zuwanderungsgeschichte fest. Ein Grund sei, dass die Rhetorik der AfD von demokratischen Parteien zunehmend übernommen werde.
    Diese Nachricht wurde am 04.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.