Neue Analyse
ifo-Institut Dresden: Deutsche Bevölkerung geht stärker als gedacht zurück

Die Bevölkerung Deutschlands wird in den kommenden Jahrzehnten stärker zurückgehen als bislang gedacht. Das hat eine Analyse aktueller Daten des Statistischen Bundesamtes durch das Dresdner ifo-Institut für Wirtschaftsforschung ergeben.

    Ein Rentnerpaar überquert eine Straße.
    Die Alterung der Bevölkerung müsse schon heute bei politischen Entscheidungen mit Langzeitwirkung berücksichtigt werden, so das Dresdner ifo-Institut (Symbolbild). (dpa/ Wolfram Steinberg)
    Demnach leben im Jahr 2070 voraussichtlich zehn Prozent weniger Menschen in Deutschland als heute. Bisherige Annahmen waren von einem Rückgang um ein Prozent ausgegangen, wie die Deutsche Presse-Agentur schreibt. Den Forschern zufolge gibt es deutliche regionale Unterschiede: Ostdeutsche Flächenländer seien besonders stark von Schrumpfung betroffen. Stadtstaaten werden den Annahmen zufolge bis 2070 sogar wachsen. Grund für die Korrektur seien neue Daten aus dem Zensus 2022.
    Institutsleiter Ragnitz teilte mit, der verstärkte Rückgang und die Alterung der Bevölkerung müssten schon heute bei politischen Entscheidungen mit Langzeitwirkung, beispielsweise bei Gesundheit und Pflege, berücksichtigt werden. Weniger Menschen bräuchten weniger Wohnungen, Verkehrsinfrastrukturen und Personal im öffentlichen Dienst. Gleichzeitig steige der Bedarf bei Gesundheit und Pflege.
    Diese Nachricht wurde am 17.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.