Noch immer beschäftigt die Diskussion um die Vergabe der Kabelnetze das Bundeskartellamt. So wird bis Ende Februar eine Entscheidung über den Verkauf eines großen Teilnetzes an den amerikanischen Konzern Liberty erwartet. Kommt die Transaktion zustande, werde dies nicht nur den Medienmarkt, sondern auch die Märkte für Internet und Telefonie drastisch verändern, meint der Präsident der baden-württembergischen Landesanstalt für Kommunikation und Vorsitzender der Technischen Kommission der Landesmedienanstalten, Thomas Hirschle: "Der Internet-Zugang ist ein wichtiger Aspekt einer intensiveren Nutzung des Breitbandkabels und stellt damit eine Refinanzierungsmöglichkeit dar, die wohl von der Mehrheit des Kabelnetzbetreiber auch genutzt werden wird." Internet-Kunden eröffnen sich damit - je nach Wohnort und lokalem Angebot - preisgünstige Alternativen zum Internet-Zugang über klassische Internet-Provider, wie etwa der Telekom. Einige kleinere Anbieter, etwa in Dresden, Zwickau oder im Großraum Karlsruhe, sammelten bereits erste Erfahrungen in dem neuen Marktsegment. So können knapp 400 Kunden seit knapp zwei Jahren in zwei Neubaugebieten zwischen Karlsruhe und Pforzheim über die Fernsehkabel der Ditra, einem Tochterunternehmen des baden-württembergischen Energieversorgers EnBW, mit beachtlicher Geschwindigkeit im Internet surfen. Voraussetzung dafür sind allerdings besondere Zusatzgeräte, darunter ein so genanntes Kabelmodem, das via USB-Port an den PC angeschlossen wird.
Internet-Enthusiasten mit Hang zur Geschwindigkeit und großen Datenvolumen könnten von der neuen Konkurrenz profitieren: So kostet beispielsweise in Zwickau der Hochgeschwindigkeitszugang lediglich vier Mark pro Monat, allerdings mit einer Volumenbegrenzung der übertragenen Daten. Dass eine solche Begrenzung notwendig ist, gehört zu den Schwächen der Breitbandkabeltechnologie, denn alle angeschlossenen Nutzer müssen sich das Fernsehkabel teilen. Benötigen einzelne Benutzer sehr viel Bandbreite, dann sinken die Datenübertragungsraten rapide ab. Weil dieser Effekt bereits den Unmut der Kunden schürte, zog der Anbieter Ditra die Konsequenzen: die volumenunabhängige Flatrate wird es in Zukunft nicht mehr geben. Andere neue Dienste sollen dafür die Attraktivität des Kabelangebots weiter erhöhen, darunter beispielsweise die Internet-Telefonie, berichtet Ditra-Chef Ernst Scheifele: "Eine eigens eingerichtete Projektgruppe unseres Hauses befasst sich mit diesem Thema und bereitet derzeit eine erste Erprobung in 100 Wohneinheiten noch für dieses Jahr vor."
Große Anbieter wie Callahan oder Klesch, die ganze Bundesländer bedienen wollen, stehen dagegen noch in den Startlöchern, wollen jedoch noch in diesem Jahr auf den Markt. Welche Dienste den Surfer dabei bereitstehen werden, wird je nach Region unterschiedlich sein. So sollen in Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Hessen, die von Callahan oder Klesch bedient werden, in jeden Fall auch Internet-Services angeboten werden. Doch dazu sind aber zunächst hohe Investitionen notwendig, um die Einbahn-Netze überhaupt in rückkanalfähige Internet-Autobahnen zu wandeln. Selbst bei einem Maximalausbau der veralteten Infrastruktur liege der Preis dafür bei etwa 300 Euro pro Kunde, schätzen Experten. Während Callahan und Klesch einen leistungsfähigen Rückkanal benötigen, weil diese Unternehmen einen Schwerpunkt auf die Datenkommunikation legen, zielt etwa Liberty vor allem auf die Vermarktung von Fernsehinhalten. Dazu soll eine deutlich höhere Bandbreite hin zum Kunden geschaffen werden als diesem wiederum für den Upstream ins Netz zur Verfügung stehen wird. Offen ist derzeit noch, über welche Technologie dieses Modell realisiert werden wird. Eine Möglichkeit bietet die breit angelegte und mit dem Vorzug offener Standards versehene, so genannte Standard Multimedia Home Platform (MHP), die überdies erlaubt, auch Angebote unterschiedlicher Anbieter zu nutzen. Allerdings ist diese vielseitige Lösung technisch aufwändig und kostenintensiv und seine breite Verwendung daher eher fraglich.
Internet-Enthusiasten mit Hang zur Geschwindigkeit und großen Datenvolumen könnten von der neuen Konkurrenz profitieren: So kostet beispielsweise in Zwickau der Hochgeschwindigkeitszugang lediglich vier Mark pro Monat, allerdings mit einer Volumenbegrenzung der übertragenen Daten. Dass eine solche Begrenzung notwendig ist, gehört zu den Schwächen der Breitbandkabeltechnologie, denn alle angeschlossenen Nutzer müssen sich das Fernsehkabel teilen. Benötigen einzelne Benutzer sehr viel Bandbreite, dann sinken die Datenübertragungsraten rapide ab. Weil dieser Effekt bereits den Unmut der Kunden schürte, zog der Anbieter Ditra die Konsequenzen: die volumenunabhängige Flatrate wird es in Zukunft nicht mehr geben. Andere neue Dienste sollen dafür die Attraktivität des Kabelangebots weiter erhöhen, darunter beispielsweise die Internet-Telefonie, berichtet Ditra-Chef Ernst Scheifele: "Eine eigens eingerichtete Projektgruppe unseres Hauses befasst sich mit diesem Thema und bereitet derzeit eine erste Erprobung in 100 Wohneinheiten noch für dieses Jahr vor."
Große Anbieter wie Callahan oder Klesch, die ganze Bundesländer bedienen wollen, stehen dagegen noch in den Startlöchern, wollen jedoch noch in diesem Jahr auf den Markt. Welche Dienste den Surfer dabei bereitstehen werden, wird je nach Region unterschiedlich sein. So sollen in Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Hessen, die von Callahan oder Klesch bedient werden, in jeden Fall auch Internet-Services angeboten werden. Doch dazu sind aber zunächst hohe Investitionen notwendig, um die Einbahn-Netze überhaupt in rückkanalfähige Internet-Autobahnen zu wandeln. Selbst bei einem Maximalausbau der veralteten Infrastruktur liege der Preis dafür bei etwa 300 Euro pro Kunde, schätzen Experten. Während Callahan und Klesch einen leistungsfähigen Rückkanal benötigen, weil diese Unternehmen einen Schwerpunkt auf die Datenkommunikation legen, zielt etwa Liberty vor allem auf die Vermarktung von Fernsehinhalten. Dazu soll eine deutlich höhere Bandbreite hin zum Kunden geschaffen werden als diesem wiederum für den Upstream ins Netz zur Verfügung stehen wird. Offen ist derzeit noch, über welche Technologie dieses Modell realisiert werden wird. Eine Möglichkeit bietet die breit angelegte und mit dem Vorzug offener Standards versehene, so genannte Standard Multimedia Home Platform (MHP), die überdies erlaubt, auch Angebote unterschiedlicher Anbieter zu nutzen. Allerdings ist diese vielseitige Lösung technisch aufwändig und kostenintensiv und seine breite Verwendung daher eher fraglich.