Studie
Impfquote bei Kindern sinkt in EU-Ländern - Rückgang seit der Corona-Pandemie

In vielen EU-Ländern sinken die Impfquoten bei Kindern. Von dieser Entwicklung ist laut einer neuen Studie auch Deutschland betroffen. Demnach begann der Rückgang während der Corona-Pandemie.

    Impfausweis mit angekreuzter Masern-Impfung, Masern-Impfung
    In vielen EU-Ländern sind die Quoten bei routinemäßigen Kinderimpfungen gesunken. (pa/Ohde/Bildagentur-online)
    Für die im Fachjournal ”The Lancet Regional Health - Europe” veröffentlichte Studie untersuchte ein Expertenteam die Zahlen bei Kinderimpfungen in der EU von 1980 bis 2024. Berücksichtigt wurden dabei die Kombinationsimpfung gegen Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten sowie die Impfungen gegen Hepatitis B, Meningitis B, Poliomyelitis, Pneumokokken, Masern und Röteln.

    Nach langfristigen Verbesserungen "besorgniserregende Verschlechterung"

    Das Ergebnis zeige ein "komplexes Bild", urteilten die Wissenschaftler. Einerseits habe es über die vier Jahrzehnte deutliche langfristige Verbesserungen gegeben, die meisten EU-Länder hätten bei den Impfungen von Kindern "historisch hohe" Quoten erreicht. Zugleich gebe es aber seit der Corona-Pandemie eine "besorgniserregende und weitverbreitete Verschlechterung". In 16 der 27 EU-Länder seien sie bei mindestens vier Impfungen zurückgegangen, erklärten die Forscher. Zu ihnen zählt auch Deutschland, wo bei fünf der sieben Impfungen ein Rückgang verzeichnet wurde. In Bulgarien, Zypern, Irland, den Niederlanden, Rumänien und Schweden sanken die Quoten sogar für alle sieben untersuchten Impfungen.

    Rückkehr vermeidbarer Krankheiten

    Rückläufige Impfraten stellten eine ernsthafte Bedrohung für die öffentliche Gesundheit dar, mahnen die Forscher. Die zunehmende Impfskepsis habe in der EU bereits zum Wiederauftreten vermeidbarer Krankheiten geführt. Als mögliche Ursachen nennt die Studie unter anderem Fehlinformationen und Veränderungen beim Vertrauen in Impfstoffe.
    Diese Nachricht wurde am 18.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.