
Darin sprach die Staatsanwaltschaft von einer Tat aus Rache. Der Angeklagte habe den Mord in Auftrag gegeben, weil sein Neffe zuvor von Shakur zusammengeschlagen worden sei. Die Verteidigung wies die Vorwürfe zurück. Die Staatsanwaltschaft und die Ermittler verfügten über keine stichhaltigen Beweise für eine Schuld des Angeklagten, hieß es.
Der Mord an Shakur gehört zu den bekanntesten ungelösten Verbrechen in den USA, der Prozess wurde mit Spannung erwartet. Er hatte vor einer Woche mit der Auswahl der Geschworenen begonnen. Gestern nun startete die eigentliche Verhandlung.
Fehde zwischen Hip-Hop-Musikern
Shakur war im Alter von 25 Jahren in Las Vegas getötet worden. Der Musiker war eine zentrale Figur in der Fehde zwischen Hip-Hop-Musikern von der West- und der Ostküste der USA. Shakur wuchs zwar im New Yorker Stadtteil Harlem und in Baltimore an der Ostküste auf. Er unterzeichnete jedoch einen Vertrag mit der Plattenfirma Death Row Records aus der Westküstenmetropole Los Angeles.
Im Prozess wird es vor allem um die Auseinandersetzung zwischen Death Row Records und der von Sean "Diddy" Combs gegründeten Ostküsten-Plattenfirma Bad Boy Records gehen. Den Ermittlern zufolge stand Death Row Records unter dem Schutz der Gang Mob Piru. Bad Boy Records wiederum heuerte die vom Angeklagten Davis geführte rivalisierende Gang South Side Compton Crips als Leibwächter an.
Den Ermittlungen zufolge schlugen Shakur und der Chef von Death Row Records am Abend des 7. September 1996 den Neffen von Davis zusammen. In derselben Nacht überholte dann ein weißer Cadillac mit Davis, dessen Neffen und weiteren Insassen an Bord Shakurs Wagen in Las Vegas. Aus dem Cadillac heraus wurden mehrere Schüsse abgefeuert, Shakur wurde getroffen. Er starb sechs Tage später im Krankenhaus.
Diese Nachricht wurde am 18.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
