Schiitischer Islam
Innensenatorin verurteilt Darstellung mit gefesselten Kindern bei "Aschura-Marsch" in Berlin als "absolut inakzeptabel"

Berlins Innensenatorin Spranger hat eine religiöse Prozession anlässlich des schiitischen Aschura-Fests verurteilt.

    Kinder in langen grünen Gewändern werden an einem Seil über die Straße am Berlin Dom geführt.
    Im Verlauf des religiösen Aschura-Marschs gab es eine Szene mit mehreren zusammengebundenen Kindern, die die historische Verschleppung von Frauen und Kindern darstellen sollte. (IMAGO / Anadolu Agency / Ilkin Eskipehlivan / DLF)
    Die SPD-Politikerin teilte mit, als Rechtsstaat schütze man die Meinungs- und Versammlungsfreiheit. Es sei aber absolut inakzeptabel, Kinder zu instrumentalisieren, um politische Botschaften zu senden. Ähnlich äußerte sich die Gewerkschaft der Polizei. Bei dem Zug mit rund 600 Teilnehmern in Berlin waren am Samstag Kinder in einer szenischen Darstellung an einem Seil durch die Öffentlichkeit geführt worden, um Verschleppungen zu symbolisieren. Zu dem Zeitpunkt herrschten bis zu 40 Grad Celsius. Einzelne Teilnehmer zeigten Fotos des im Irankrieg getöteten Oberhaupts des islamistischen Regimes im Iran, Ali Chamenei, und des im Nahostkonflikt getöteten Anführers der islamistischen Hisbollah-Bewegung im Libanon, Hassan Nasrallah. Laut Polizei verlief die Versammlung friedlich und ohne weitere Straftaten.
    Aschura ist ein Trauerfest im schiitischen Islam. Gläubige erinnern dabei an den Märtyrertod des Imams Hussein.
    Diese Nachricht wurde am 28.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.