Dienstag, 27. September 2022

Internet
Belastende Bilder: Angestellte verklagen Microsoft

Sie seien beruflich dazu gezwungen worden, Fotos und Videos von "unbeschreiblicher sexueller Gewalt", von Mord und Totschlag anzusehen. Zwei Mitarbeiter des US-Konzerns Microsoft haben ihren Arbeitgeber deshalb jetzt verklagt. Der Grund: sie litten an schweren posttraumatischen Belastungsstörungen und seien nicht ausreichend psychologisch betreut worden.

12.01.2017

    Das Microsoft Firmenlogo vor der Deutschlandzentrale des Unternehmens.
    Das Microsoft Firmenlogo vor der Deutschlandzentrale des Unternehmens. (Imago / Sven Simon)
    Von "unglaublicher Brutalität und unbeschreiblichen sexuellen Übergriffen" ist in der Klageschrift die Rede. Tagtäglich seien die beiden Männer, die nach Informationen der US-amerikanischen Internetplattform "Courthouse News Service" vor einem Gericht in Washington klagen, in ihrem Job für das "Online Security Team" von Microsoft mit äußert verstörendem Material konfrontiert worden.
    Demnach wurden die Männer im Vorfeld nicht ausreichend über die Gefahren des Jobs informiert worden, so der Vorwurf. Die permanente Beschäftigung mit kinderpornografischen Fotos und Videos und anderem belastenden Material habe bei den Betroffenen zu schweren Stresserkrankungen geführt, heißt es in der Klageschrift weiter.
    Erhebliche psychische Schäden
    Depressionen, Schlafstörungen und Panikattacken seien die Folgen gewesen. "Viele Menschen können sich nicht vorstellen, was sich mein Mandant tagtäglich ansehen musste, sagte einer der Anwälte zur britischen Tageszeitung "The Guardian", die ebenfalls über den Vorfall berichtet hat. Als Folge der belastenden Arbeit führe inzwischen allein der Anblick von Kindern sowie die Nutzung von Computern zu schweren Störungen bei den Betroffenen.
    Microsoft wehrt sich gegen Vorwürfe
    Microsoft selbst weist die Vorwürfe zurück. Man nehme die Verantwortung, Bilder von Kindesmissbrauch aus dem Internet zu entfernen und anzuzeigen, sehr ernst. Auch sorge man ausreichend für die Gesundheit der mit dieser Aufgabe betrauten Angestellten, sagte ein Sprecher des Unternehmens.
    (gwi/jcs)