Verhandlungen in Istanbul
Iran-Expertin Sahebi erwartet Abkommen mit den USA: "Regime in Teheran fürchtet um seine Existenz"

Die USA und der Iran wollen am Freitag in Istanbul Verhandlungen aufnehmen. Die Politikwissenschaftlerin Gilda Sahebi erwartet, dass sich die iranische Führung auf ein neues Atomabkommen einlässt. Das Regime wolle einen Krieg um jeden Preis vermeiden, sagte sie im Deutschlandfunk.

    Gilda Sahebi
    Gilda Sahebi (picture alliance / dts-Agentur)
    Das Land sei angesichts der militärischen Drohungen der USA in der Defensive. Das sei auch an Äußerungen der Regierung zu erkennen. So habe Außenminister Araghtschi Trump in einem CNN-Interview als "weise" bezeichnet. Das sei ein "vollkommen neuer" Tonfall, sagte Sahebi.
    Sie erwarte allerdings nicht, dass ein neues Atomabkommen Frieden für die Region bringe. Das Regime sei außenpolitisch isoliert und werde alles unternehmen, um seine Existenz zu sichern. "Man darf nicht glauben, dass sie sich an irgendwelche Abmachungen halten werden."

    "Massaker haben das Land verändert"

    Sahebi betonte, dass ein Großteil der iranischen Bevölkerung nach der gewaltsamen Zerschlagung der Proteste auf einen Militärschlag der Amerikaner hoffe. Die "Massaker" hätten das Land verändert. Die Stimmung sei vollkommen niedergeschlagen, sagte Sahebi.
    Einsatzkräfte des Regimes hätten mit Maschinengewehren in die Menschenmengen geschossen. "Das ist ein Ausmaß an Gewalt, das viele nicht erwartet haben und das es so auch noch nie gegeben hat". Weitere Demonstrationen werde es daher wohl vorerst nicht geben.
    Schätzungen von Menschenrechtsorganisationen zufolge wurden bei den Massenprotesten im Iran bis zu 30.000 Menschen getötet.
    Diese Nachricht wurde am 03.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.