Iran-Krieg
Iranische Künstlerin Forouhar bezweifelt Krieg als Mittel zum Umsturz des Regimes

Die iranischstämmige Künstlerin Parastou Forouhar hat vor einer Spaltung der iranischen Gesellschaft bei der Einstellung zum Irankrieg gewarnt. Forouhar sagte im Deutschlandfunk, die Frage, ob der Krieg die Menschen vor Ort retten könnte, polarisiere sehr stark und trenne selbst Familien.

    Die Künstlerin Parastou Forouhar hat den Kopf auf die Hände gestützt und schaut nachdenklich.
    Die Künstlerin Parastou Forouhar (imago images / IPON / Stefan Boness / Ipon via www.imago-images.de)
    Sie selbst habe nicht zu den Menschen gehört, die den Kriegsbeginn mit Hoffnung verfolgt hätten, erklärte Forouhar. Die Bevölkerung leide zudem unter der wirtschaftlichen Misere und hoher Arbeitslosigkeit. Gleichzeitig erhöhe das Regime den Repressionsdruck durch Verhaftungen und mehr Hinrichtungen.

    Iranische Regime verstärkt Druck auf die Gesellschaft

    Die bildende Künstlerin beschrieb das iranische Volk als Gesellschaft, die viel für den Kampf um ihre Rechte versucht habe, jedoch an der Brutalität des Regimes gescheitert sei. Die Führung des Irans beantworte den Druck von außen mit noch mehr Druck nach innen, um die Menschen daran zu hindern, Kraft zum Auflehnen zu sammeln. Bei den Protesten für mehr Frauenrechte 2022 etwa habe die iranische Gesellschaft das Regime stärker zurückdrängen können.
    Der Iran-Krieg begann Ende Februar mit großflächigen Raketenangriffen von Israel und den USA. Viele Menschen auch im Ausland hatten dadurch auf einen Sturz des Regimes gehofft. Parastou Forouhar wurde 1962 in Teheran geboren. Seit 1991 lebt und arbeitet sie in Deutschland.
    Diese Nachricht wurde am 30.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.