Spannungen mit den USA
Irans Präsident Peseschkian: "Krieg ist weder im Interesse Teherans noch Washingtons"

Nach neuen Angriffsdrohungen von US-Präsident Trump hat sich der iranische Präsident Peseschkian um Deeskalation bemüht. Sein Land strebe keinen Krieg an und er sei überzeugt, dass ein solcher auch nicht im Interesse der USA sei, sagte Peseschkian nach Angaben staatlicher Medien in einem Telefonat mit dem ägyptischen Präsidenten al-Sisi.

    Der iranische Präsident Massud Peseschkian spricht in einer öffentlichen Sitzung des Parlaments
    Irans Präsident Massud Peseschkian (Vahid Salemi/AP/dpa)
    Teheran bereitet nach Angaben des obersten Sicherheitsbeamten des Landes, Laridschani, Verhandlungen vor. Die Gespräche über Irans Atomprogramm nähmen "trotz der verschärften Drohungen einer militärischen Konfrontation" Gestalt an, berichtete die Nachrichtenagentur Irna unter Bezugnahme auf einen Post Laridschanis in der Online-Plattform X.

    Katar vermittelt in Teheran

    Vor dem Hintergrund der Spannungen zwischen Washington und Teheran reiste der katarische Regierungschef al-Thani in den Iran. Dort traf er sich mit Laridschani. Wie das Außenministerium in Doha mitteilte, bekräftigte al-Thani die Unterstützung Katars für alle Bemühungen zum Abbau der Spannungen in der Region.
    US-Präsident Trump erklärte, der Iran sei in Gesprächen mit dem Weißen Haus, ohne Einzelheiten zu nennen. Trump hatte der iranischen Führung mehrfach mit Militärschlägen gedroht, auch im Zusammenhang mit dem brutalen Vorgehen staatlicher Repressionskräfte gegen Demonstranten bei den jüngsten regierungskritischen Protesten im Iran. Dabei sollen Tausende, wenn nicht sogar Zehntausende Menschen getötet worden sein. Das US-Militär hat seine Präsenz in der Region seit Anfang Januar deutlich ausgebaut - etwa mit dem Flugzeugträger "USS Abraham Lincoln".

    Irans Streitkräfte halten Manöver ab

    Die iranischen Revolutionsgarden, die als Elitestreitkräfte der Islamischen Republik gelten und dem obersten Führer Chamenei unterstellt sind, wollen heute vor dem Hintergrund der militärischen Spannungen ein dreitägiges Manöver im Persischen Golf beginnen. Daran sollen auch China und Russland teilnehmen. Die Übung in der Straße von Hormus dürfe die internationale Handelsschifffahrt in der wichtigen Meeresenge nicht beeinträchtigen, hatte zuvor das für Nahost zuständige US-Regionalkommando Centcom gewarnt. Die EU-Staaten hatten sich darauf geeinigt, Irans Revolutionsgarden als Terrororganisation einzustufen.

    US-Militär warnt vor Provokationen

    Die rund 55 Kilometer breite Meerenge zwischen Iran und Oman gilt als eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten für den weltweiten Ölexport. Irans Einheiten hätten zwar das Recht, in internationalen Gewässern und im internationalen Luftraum zu operieren, erklärte das US-Militär in einer Mitteilung. Man werde aber keine "unsicheren" Manöver wie etwa Flüge über US-Kriegsschiffe oder Stützpunkte in niedriger Höhe tolerieren, hieß es weiter. Das gelte auch für das Annähern iranischer Schnellboote auf Kollisionskurs mit US-Schiffen.

    Weitere Informationen:

    Bevorstehende US-Angriffe auf den Iran? Das ist die derzeitige Lage
    Diese Nachricht wurde am 01.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.