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Is was!?
Der satirische Wochenrückblick

Hillary Clinton will die US-Präsidentschaftswahlen gewinnen. VW hat schon gewonnen, zumindest neue Kunden Halbjahresbilanz 2016. Verloren hat hingegen die türkische Tourismusindustrie. Denn die Urlauber bleiben aus.

Von Klaus Pokatzky | 29.07.2016

    US-Wahlkampf 2016: Hillary Clinton und Donald Trump kämpfen um das Amt.
    US-Wahlkampf 2016: Hillary Clinton und Donald Trump kämpfen um das Amt. (picture / alliance / dpa / Collage Deutschlandradio)
    Heute muss ich mich mal in die Bresche werfen für Leute, die sonst immer nur Dresche kriegen. Der Erdogan zum Beispiel, also der Putin aus Ankara, verdient einfach auch ein bisschen Lob. Der tut echt was für die Integration bei uns in Deutschland. Wer hier türkische Wurzeln hat und bisher gerne in der Türkei Urlaub gemacht hat, der legt sich doch jetzt nicht mehr an den Strand von Antalya. Da muss er doch gleich mit seiner Festnahme rechnen. Gülen ist ja für Erdogan in jeder Badehose und hinter jedem Bikini. Also werden unsere deutschen Türken jetzt in der Ostsee baden oder im Schwarzwald wandern. Davon profitiert unsere Tourismusindustrie und unsere Türken werden endlich hundertprozentige Deutsche.
    Ist der Ruf erst ruiniert
    Um unsere Automobilindustrie muss sich ja VW sei Dank niemand mehr kümmern. Volkswagen hat im ersten Halbjahr mehr Autos verkauft als alle Konkurrenten und ist jetzt wieder der größte Autokonzern der Welt. Dieselgate? Hahaha! Und ist der Ruf erst ruiniert, dann läuft das Geschäft völlig ungeniert – einfach wie geschmiert.
    Früher waren die Amis mit ihren flotten Fahrzeugen ja mal führend. Aber die hinken technisch einfach hinterher. Die müssen endlich in der modernen Welt ankommen. Wir müssen denen mal sagen, wo's heute kurz geht in digitalen Zeiten.
    Da dokumentiere ich doch keine Verschwörungen wie die gegen Hillary Clintons Parteifreund Bernie Sanders in meinem E-Mail-Postfach. Da lachen ja selbst die Russen. Und das will schon was heißen.
    Das wird heutzutage doch alles gehackt. Ein Wort, dass die Amerikaner mal in ihren Sprachschatz aufnehmen sollten. Häcken hört sich doch ganz gut an.
    Wenn ich das so altmodisch mache wie die Demokraten, dann kann ich das auch gleich bei Ebay einstellen. Wer schlau und modern ist, der trifft sich heute in lärmenden Kneipen und flüstert mit seinen Verschwörern.
    Das muss die Hillary noch lernen. Und wo sind nun die anderen E-Mails geblieben: die 30.000 aus ihrer Amtszeit als Außenministerin? Bei Ebay? Bei den Russen? Bei den Chinesen? Warum ist die Hillary auf ihrem Parteitag teilweise in Klamotten rumgelaufen wie der Große Führer selig Mao Tse-tung? So schafft die das nie gegen den Donald. Der ist schlau. Der weiß, wo heute die digitalen Fähigkeiten liegen.
    Liebe Russen, wenn ihr mir zuhört – hat der Donald gesagt – vielleicht findet Ihr ja die 30.000 E-Mails von Hillary Clinton. Lieber Donald – wenn du mir zuhörst: In Entenhausen gibt es einen Verein, der heißt NSA. Frag doch mal bei dem nach.