Referendum
Isländer sprechen sich mehrheitlich gegen Aufnahme von EU-Beitrittsgesprächen aus

Bei einem Referendum haben sich die Menschen in Island gegen eine Wiederaufnahme von EU-Beitrittsverhandlungen entschieden.

    Islands Premierministerin Kristrun Frostadottir bei der Stimmabgabe. Sie beugt sich leicht nach vorne und wirft den Stimmzettel in die Wahlurne.
    Islands Premierministerin Kristrun Frostadottir bei der Stimmabgabe (JONATHAN KLEIN / AFP)
    Knapp 53 Prozent stimmten gegen das Regierungsvorhaben. Die Wahlbeteiligung fiel mit 82 Prozent hoch aus. Ministerpräsidentin Frostadottir erklärte in Reykjavík, ihre Regierung werde die Gespräche über einen EU-Beitritt nicht wieder aufnehmen. Gleichzeitig wolle sie die Handelsbeziehungen mit der EU stärken. Die Ministerpräsidentin hatte sich zuvor für eine Annäherung an die EU stark gemacht und die Abstimmung als "historische Chance" für Island bezeichnet.
    Die EU-Kommission betonte, Island werde weiter ein enger Partner bleiben. Der Vorsitzende der SPD im Europäischen Parlament, Repasi, sagte dem Deutschlandfunk, die Bürger in Island hätten vor der Frage gestanden, ob sie in Zeiten eines unberechenbaren US-Präsidenten Trump eine engere Anbindung an die EU wollten oder ihre Autonomie in der Fischereipolitik. Ihre Entscheidung sei bedauerlich, aber zu akzeptieren. Repasi betonte, die Tür der EU sei für Island weiterhin jederzeit offen.
    Diese Nachricht wurde am 30.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.