
Nach jetzigem Stand hätten 52,5 Prozent der Stimmberechtigten gegen die Wiederaufnahme der Gespräche votiert, heißt es.
Island hatte in der Finanzkrise 2009 die Aufnahme in die EU beantragt, brach die Gespräche aber später unter anderem wegen Differenzen in der Fischereipolitik ab. Zuletzt hatten gestiegene Lebenshaltungskosten, der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine und die Drohung von US-Präsident Trump, Grönland zu annektieren, das Interesse in Island an einem EU-Beitritt wieder geweckt.
Isländische Fischindustrie: Sorgen um Fangquoten
Aber auch jetzt sorgen sich viele Isländer, vor allem die Fischer, um ihre Souveränität. Die Fischerei ist der größte Wirtschaftszweig der Insel. Die heimische Industrie äußerte damals wie heute Bedenken, dass eine gemeinsame EU-Fischereipolitik ausländischen Schiffen Zugang zu isländischen Gewässern erlauben könnte - und es in Zukunft schlechtere Fangquoten für die Isländer gebe. Vor dem Referendum hatte Regierungschefin Frostadóttir deswegen bereits versprochen, Island werde den Verhandlungstisch wieder verlassen, sollte man nicht die volle Kontrolle über die eigenen Fischereiressourcen behalten dürfen.
Diese Nachricht wurde am 30.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
