Nach tödlichem Angriff
Israelische Armee startet Großoffensive im Westjordanland

Nach dem tödlichen Angriff auf israelische Soldaten in der Stadt Hebron hat die Armee nach eigenen Angaben eine Anti-Terror-Operation im Westjordanland gestartet. Dazu gehört unter anderem die Abriegelung der Stadt Hebron.

    Mehrere israelische Soldaten gehen neben- und hintereinander eine Straße in Hebron entlang. Dahinter ein Militärfahrzeug.
    Israelische Streitkräfte in Hebron nach dem tödlichen Schusswaffenangriff auf zwei Soldaten. (dpa / Anadolu / Mamoun Wazwaz)
    In einer auf Telegram veröffentlichten gemeinsamen Erklärung schreiben die Streitkräfte und der israelische Inlandgeheimdienst Schin Bet, der Großraum Hebron werde umfassend durchsucht, um Terrorinfrastruktur sowie Waffen ausfindig zu machen und zu beseitigen. Die Operation von Armee, Geheimdienst, Grenzpolizei und Zivilverwaltung werde voraussichtlich mehrere Tage dauern. 
    Die Armee erklärte zudem, zusätzlich würden Maßnahmen ergriffen, um die Sicherheitslage in dem Gebiet zu verbessern. Dazu gehörten der Abriss illegaler Bauwerke, die am Ort des Zwischenfalls eine mögliche Sicherheitsbedrohung darstellen könnten. Anwohnende sollen das betroffene Gebiet laut Mitteilung über drei ausgewiesene Ausgänge verlassen können, wenn sie sich zuvor einer Befragung unterziehen lassen.

    Zwei Soldaten getötet

    Gestern hatten in der Nähe von Hebron zwei vermutlich palästinensische Angreifer an einem Kontrollpunkt das Feuer auf Soldaten eröffnet und zwei von ihnen getötet. Drei weitere wurden verletzt. Sicherheitskräfte erschossen die beiden Angreifer. Israels Ministerpräsident Netanjahu teilte mit, durch den Einsatz der Soldaten sei ein Terroranschlag verhindert worden.
    UNO-Generalsekretär Guterres zeigte sich "zutiefst besorgt" über die Berichte des Einsatzes im Westjordanland. Sein Sprecher teilte mit, die Absperrungen schränkten die Bewegungsfreiheit der Palästinenser und deren Lebensgrundlage erheblich ein.

    Parlamentswahlen am Dienstag

    Am Dienstag findet in Israel die Parlamentswahl statt. Der Konflikt mit den Palästinensern ist ein wichtiges Wahlkampfthema. Rechte Politiker versuchen bei ihrer Wählerschaft zu punkten, indem sie ein hartes Vorgehen gegen palästinensische Gewalt versprechen. Die zunehmenden Angriffe radikaler israelischer Siedler auf Palästinenser im Westjordanland thematisieren sie dagegen kaum. 

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    Diese Nachricht wurde am 24.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.